Selfie-Fragebogen : TV-Star Laura Preiss: Ich habe über 20 Narben am Körper

Laura Preiss.
Laura Preiss.

Laura Preiss war die „Rote Rosen“-Schurkin; nun spielt sie in der Amazon-Serie „Der Beischläfer“. Ein Selfie-Interview.

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10. Juni 2020, 05:56 Uhr

Berlin | Interviews gehören zum Alltag von Prominenten und Journalisten. Die einen trauen sich nie, ihre besten Fragen zu stellen. Die anderen lavieren rum. Schluss damit! Im Selfie-Interview beantworten unsere Gesprächspartner Fragen, die ans Eingemachte gehen – und liefern das Beweisbild gleich mit.

Heute antwortet Laura Preiss. Die Schauspielerin wurde in der Telenovela „Rote Rosen“ bekannt, wo sie die Schurkenrolle der Vicky Parker übernahm. Zurzeit ist sie in der Amazon-Serie „Der Beischläfer“ zu sehen. Und auch in der Web-Serie „Vdates“ macht sie mit.


Frau Preiss, was ist die beste Beleidigung in Ihrem aktiven Wortschatz?

„Depp aus Kübelscheisshofen“ (muss bayrisch ausgesprochen werden). Ne Zeit lang hab ich mich gefragt wo das liegt … dann kam die Erkenntnis. Danke Mama. ;)

Was ist das peinlichste Kompliment, das Sie gemacht oder bekommen haben?

In einer Bar lehnte sich ein Typ, der länger hinter mir stand, vor und meinte: „Deine Haare riechen echt gut. Kann ich nochmal dran riechen …“ Heute feiern wir unser Fünfjähriges. Nein! Natürlich nicht!

Wie sehen Sie nach dem Aufwachen aus?

Wie immer – nur mit schöneren Haaren!

Laura Preiss wacht auf.
Laura Preiss
Laura Preiss wacht auf.


Mit welchem Tier teilen Sie Ihr Leben?

Mit einer Katze. Sie heißt Minki und ich hab sie seit ich 0 bin. Sie sieht etwas mitgenommen aus und quietscht wenn man ihr auf den Bauch drückt. Und heutzutage ist sie ziemlich feucht die meiste Zeit und sieht immer noch mitgenommener aus, weil meine Tochter sie abknutscht, wann immer sie sie in die Finger bekommt.

Was ist das Ekligste, das Sie jemals im Mund hatten?

Auster. Und das in einem feinen Restaurant. Es war ein Moment des Grauens! Ich kann nicht verstehen, wie man dieses Nasensekret-ähnliche Zeug freiwillig in den Mund nehmen kann.

Wie beliebt waren Sie in der Schule?

Ich hatte nie Probleme glücklicherweise. Angeeckt bin ich das ein oder andere Mal, wenn mal wieder irgendwer mit rosa-blauer Männlein-Weiblein-Erziehung Geschlechterrollen verteilen wollte. Ohne dieses Thema (wann endet es endlich) wäre alles harmonisch verlaufen.

Was war das Schlimmste an Ihrer Pubertät?

Das Gefangensein in einer Gemeinschaft, der man nicht entkommen konnte. Ich hab mich selten verstanden gefühlt. Als junges Mädchen herauszufinden, wer man ist und wie man sein will oder in unserer Gesellschaft treffender – sein DARF –, das war und ist nicht leicht. Ich lerne bis heute täglich dazu!

Wie gut behandeln Sie Ihre Zimmerpflanzen?

Sie sind grün. Das ist doch gut oder?

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Laura Preiss


Was ist das Schlimmste, das Fans Ihnen schreiben?

Anzügliche oder perverse Nachrichten sind definitiv das Schlimmste. Es macht mich traurig, dass die Menschen, die diese Nachrichten verfassen, ein scheinbar so falsches Bild von der Welt, Frauen und sich selbst haben.

Ganz anders und wunderbar schlimm waren die Nachrichten, als ich die Böse bei „Rote Rosen“ gespielt habe. Das Krasseste war: „Dir sollte mal einer richtig eine in die Fresse hauen“. Adressiert waren diese Nachrichten allerdings nicht an mich, sondern an meinen Charakter in der Serie.

Was würden Sie gern an sich ändern?

Ich wäre gerne unbedachter. Einfach drauf los, ohne darüber nachzudenken, was andere denken könnten. Manchmal klappt es, das ist befreiend, aber oft denke ich zu viel nach und verpasse eine Gelegenheit.

Verraten Sie uns etwas, das noch keiner von Ihnen weiß!

Ich habe über 20 Narben an meinem Körper. Nur zu wenigen gibt es spektakuläre Geschichten.

Ich habe ein schwerwiegendes Problem beim Geradeauslaufen oder Sitzen … etwas anderes lässt sich davon nicht ableiten!

Wovor hatten Sie als Kind Angst?

Vor Nadeln, wie viele Kinder (und auch Erwachsene). Doch dann kam eines Tages eine junge Ärztin und hat gesagt: „Laura, wir machen das zusammen, lenk dich nicht ab, sieh mit mir hin und sag sofort wenn es wehtut, dann hör ich auf.“ Eine tolle Frau! Ich hab ihr vertraut und heute sehe ich beim Blutabnehmen ganz genau zu. Ganz ohne Angst.

Wovor haben Sie heute Angst?

Ich habe Angst, dass mein Kind in einer Welt aufwächst wie ich. Ich habe Angst, dass wir immer noch nicht kapiert haben, woher unsere Sexismusprobleme kommen. Dass wir weitermachen und unsere Zukunft, unsere Kinder immer weiter in Rollen drängen, bis sie nicht mehr entkommen können. Dass 2020 immer noch Jungs frech sein und Fußball mögen sollen und Mädchen zart sein müssen und Haarbänder tragen, obwohl sie noch keine Haare haben. Das macht mich fertig! Ich habe Angst, weil ich es jeden Tag sehe und vor vielen Jahren DACHTE: YES! Es ist bald vorbei!

Was ist das Unangenehmste, das Sie für Geld getan haben?

Wir hatten mal so ein Spiel das hieß „Fünf Euro, wenn du …“. Kennen bestimmt einige!

Ich fang mal nicht an aufzuzählen … ;)

Welche Interviewfrage können Sie nicht mehr hören?

Was tust du für dein Aussehen. Leude! Fragt den Typen nach mir!

Wie stellen Sie sich Gott vor?

Nicht. Wenn ich an Gott denke, denk ich an Menschen und wie sie sich durch dieses GOTT rechtfertigen. Ich möchte an Beistand, Liebe und Respekt glauben. Das gibt mir Trost, wenn ich mal wieder im finsteren Tal wandere!

Was für ein Tier wollen Sie in Ihrem nächsten Leben werden?

Eine Meeresschildkröte. Ich würde mir ansehen, was ganz tief im Meer los ist, und mich danach in die Sonne legen und ein bisschen über den Strand spazieren! Aber ganz ehrlich … will man ein Tier sein im nächsten Leben? Man lebt ja doch derzeit sehr gefährlich auf unserem Planeten!

Möchten Sie uns noch etwas sagen?

Die Nudel ist gut, die Nudel schmeckt, die Nudel ist ein Ewigkeitsessen.

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