Mehrere Verletzte : TGV auf dem Weg nach Paris im Elsass entgleist – Zugführer schwer verletzt

Der 'train à grande vitesse' (TGV) entgleiste, weil die Böschung auf die Gleise gerutscht war.
Der "train à grande vitesse" (TGV) entgleiste, weil die Böschung auf die Gleise gerutscht war.

20 Menschen erlitten leichte Verletzungen. Der Zugführer wird mit dem Hubschrauber abtransportiert.

von
05. März 2020, 10:00 Uhr

Ingenheim | Wegen eines Erdrutsches ist ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug nördlich von Straßburg teilweise entgleist. Der Zugführer erlitt bei dem Vorfall schwere Verletzungen, wie die französische Staatsbahn SNCF am Donnerstag auf Twitter mitteilte. Er wurde in ein Krankenhaus geflogen und befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Die Präfektur Bas-Rhin sprach von 21 Menschen mit leichten Verletzungen, drei von ihnen mussten behandelt werden.


348 Fahrgäste an Bord

Der Zug war SNCF zufolge am Donnerstagmorgen bei Ingenheim im Arrondissement Zabern (Saverne) im Elsass auf eine Erdlawine auf den Schienen gefahren. Der Zug sei teilweise von den Gleisen gerutscht und kam dann auf freier Strecke zum Stehen, wie die Staatsbahn mitteilte. Neben dem Triebwagen seien auch mehrere Folgewagen von den Schienen gedrückt worden, berichteten lokale Medien. Die Ursache für den Erdrutsch ist bislang unbekannt.

Mehr als hundert Einsatzkräfte rückten an. Foto: AFP/Patrick HERTZOG
Mehr als hundert Einsatzkräfte rückten an. Foto: AFP/Patrick HERTZOG


An Bord befanden sich 348 Fahrgäste. Eine Augenzeugin berichtete dem Radiosender France Bleu, sie habe eine starke Erschütterung gespürt. Anschließend habe der TGV sehr lange gebremst, bis er zum Stillstand kam. In einem Wagen sei wegen der Erschütterung ein Fenster gesprungen.

SNCF-Arbeiter inspizieren die heruntergestürzte Böschung. Foto: AFP/Patrick HERTZOG
SNCF-Arbeiter inspizieren die heruntergestürzte Böschung. Foto: AFP/Patrick HERTZOG


Mehr als 100 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Präfektur vor Ort. Es wurde eine Anlaufstelle zur psychologischen Betreuung der Betroffenen eingerichtet. Die Fahrgäste wurden nach der Evakuierung des TGV in Busse gebracht. Ermittler untersuchten vor Ort den genauen Unfallhergang, wie die Staatsbahn mitteilte.

Sperrungen und Verspätungen

Der Zug war in Richtung Pariser Ostbahnhof unterwegs gewesen. Der Zugverkehr auf der Strecke wurde in beiden Richtungen umgeleitet, es kam zu Verspätungen. Die Verbindung zwischen Straßburg und Paris sei wegen des Vorfalls aber nicht unterbrochen, betonte SNCF. Der Verkehr nach Deutschland war der Deutschen Bahn zufolge nicht beeinträchtigt.

Die Hochgeschwindigkeitszüge können eine Geschwindigkeit von bis zu 320 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Strecke zwischen Colmar, Straßburg und Paris wird von SNCF fast im Stundentakt mit TGV-Zügen angeboten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen