Die Höhle der Löwen 2018 : Eatapple: Gründer ändern nach Vox-Show Produktnamen

Trester statt Plaste: Eatapple sollte den Trinkhalm-Markt revolutionieren; nach 'Die Höhle der Löwen' revolutionieren die Gründer vor allem das eigene Produkt. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer
Trester statt Plaste: Eatapple sollte den Trinkhalm-Markt revolutionieren; nach "Die Höhle der Löwen" revolutionieren die Gründer vor allem das eigene Produkt. Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer

Nach dem Auftritt in der "Höhle der Löwen" ändern die "Eatapple"-Gründer Rezept und Namen ihres Trinkhalms. Warum?

svz.de von
08. Oktober 2018, 13:54 Uhr

Berlin | Ein Auftritt in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen" bedeutet Werbung vor einem Millionenpublikum. Die Gründer des essbaren Trinkhalms "Eatapple" scheinen diese Wirkung allerdings eher zu fürchten – und ändern nach der Aufzeichnung nicht nur das Rezept, sondern sogar den Namen ihres Produkts. Wir haben den Halm getestet und stellen auch die übrigen Pitches der sechsten "Löwen"-Show vom 9. Oktober 2018 vor.


Eatapple: der essbare Bio-Halm

Die EU plant ein Verbot von Plastik-Trinkhalmen, die als langlebiger Müll massenhaft in die Weltmeere gelangen. Spätestens seit dieser Nachricht drängen Halm-Innovatoren mit Alternativen aus Glas, Metall oder echtem Stroh in den Markt. Der "Eatapple"-Halm, mit dem Konstantin Neumann (21) Philipp Silbernagel (26) und Danilo Jovicic (29) in „Die Höhle der Löwen” gehen, wird aus Apfeltrester gemacht. Das sind die Rückstände aus der Saftproduktion, die auch als Tierfutter verwendet werden. Der Markenname "Eatapple" ist wörtlich zu nehmen: Nachdem man ihn eine Weile in seiner Cola eingeweicht hat, kann man ihn aufessen wie eine erschlaffte Nudel. Für 200.000 Euro bieten die Gründer den Löwen acht Prozent Ihres Unternehmens an. (Smart Sleep: Wie gut ist das Wundermittel aus DHDL wirklich?)

Eatapple – zu früh in der "Höhle der Löwen"

Natürlich wissen bislang nur die Beteiligten, ob es bei Vox zum Deal kam. Das eilige Nachsteuern der Halm-Erfinder verheißt allerdings nichts Gutes: Kurz vor der Ausstrahlung des "Eatapple"-Beitrags klappern neue Apfelhalme in den Briefkästen der DHDL-Berichterstatter. Die Rezeptur wurde seit der Aufzeichnung mehrmals überholt, die Halme heißen statt "Eatapple" ab sofort "Superhalm". Der Werbeeffekt der Show scheint so desaströs auszufallen, dass die Gründer danach nicht mal mehr dem eigenen Produktnamen trauen. Um sich von der Erfindung abzugrenzen, die sie im März bei Vox präsentiert haben, stellen sie sogar ein Vorher-nachher-Video bei YouTube ein, das das Ursprungsprodukt in atemberaubender Offenheit schlechtmacht: Binnen Minuten verquillt der "Eatapple"-Halm dabei zu grauer Matschepampe.

Und wie schlägt der Eatapple, pardon, der Superhalm sich im Test?

Mindestens 60 Minuten soll der neue Superhalm in Flüssigkeiten stabil bleiben, versprechen die Gründer. In meinem Wasserglas hat er sogar fast doppelt so lange durchgehalten, bevor er sich gebogen hat. Eine erheblich geringere Halbwertszeit hat er in den Händen meiner Kinder, die ihn noch vor dem ersten Schluck angebissen haben. Und das, obwohl zu den jüngsten Verbesserungen auch der Verzicht auf ein Eigenaroma gehört. Mein Haupteinwand gegen das Produkt hebeln neue Rezepturen nicht aus: Die Alternative zum Plastikhalm ist nicht der Bio-Halm, sondern gar kein Halm. Kein Mensch braucht Halme. Ich gebe aber zu, dass meine Kinder diese Logik nicht erreicht. Sie mochten die Halme. Und wir alle freuen uns schon auf den Tag, an dem wir aus reinem Übermut ein paar davon unter eine Portion optisch kaum unterscheidbarer Makkaroni mischen. (Geben Sie Bettlern Geld? Vox-Investorin Dagmar Wöhrl im Interview)

Die weiteren Pitches der sechsten Folge der „Höhle der Löwen“ stellt Vox in einer Pressemitteilung vor, die wir hier wiedergeben:

Wäschespirale Trockenfix: „Klein, schnell und glatt”, so lautet das Motto von Andreas Plath (48) aus Hamburg. Wer keinen Trockner hat, hat mit der Bettwäsche oft ein Problem. Der große, unhandliche Stoff passt kaum auf einen Wäscheständer, ungefaltet schleifen die Enden über den Boden, gefaltet zerknickt die Wäsche und braucht ewig zum Trocknen. Der „Trockenfix“ soll das Problem lösen. Die spiralförmige Hängekonstruktion trocknet die Wäsche stromlos, platzsparend und faltenfrei in einem Drittel der üblichen Zeit. Um seine Erfindung deutschlandweit in den Handel zu bringen, benötigt der Hamburger 150.000 Euro und bietet 20 Prozent seiner Firmenanteile an.


Champagner-Kerze Design Bubbles: „‚Design Bubbles’ ist nicht irgendeine Kerze, ‚Design Bubbles’ ist der kleine Luxus für zuhause”, sagt Katharina Baumann (26). Leere Champagnerflaschen werden professionell geschnitten, poliert und mit einem Bio-Sojawachs befüllt. Heraus kommen bildschöne Kerzen, die nicht nur durch die Vielfalt der Etiketten verzaubern, sondern auch noch duften. Katharina Baumann war bewusst, dass sie als Basis exklusiven Champagner benötigt. Also ist sie in die französische Champagne gereist, hat Winzer besucht, hat extra eine kleine Sommelier-Ausbildung gemacht und Verträge mit den Champagner-Häusern geschlossen, damit sie deren Etiketten exklusiv für ihre Kerzen verwenden können. Produziert werden die Kerzen aus hochwertigem Bio-Sojawachs, sie duften ganz zart nach Pfingstrosen, sind komplett von Hand in Deutschland gefertigt und in einer schönen Geschenkschachtel verpackt. Damit „Design Bubbles” die „coolste candle company der Welt” wird, benötigt die Gründerin 200.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.

Kokos-Chips Pook: Kanokporn Holtsch (37) stellt den „Löwen” heute ihre „Pook Coconut-Chips” vor. Die Berlinerin ist in Thailand geboren und aufgewachsen und studierte Betriebswirtin. Seit Herbst 2016 führt sie mit Leidenschaft ihre Firma, die die Chips in Thailand produziert und in Deutschland vertreibt. Aktuell gibt es die ohne Fett gerösteten Kokosnussstreifen in den drei Geschmacksrichtungen Original Sea Salt, Mango Sea Salt und Chocolate Sea Salt. Man kann sie als Snack essen, aber auch als Topping für Salate, Eis, Joghurt oder Kuchen verwenden. Sie sind vegan, glutenfrei und enthalten keinerlei Konservierungsstoffe. Für zehn Prozent der Firmenanteile verlangt die Gründerin 200.000 Euro.

Fitness-Tool Yogaboard: Die Idee von Patrick Walter (31) und Dominic Strobel (30): Yoga meets Surfing. Ihr „Yogaboard” ist ein körpergroßes Balance-Board aus Holz, das durch die geschwungene Unterseite die Yogapraxis intensiviert. Das Balancieren und Trainieren auf dem „Yogaboard” stärkt die Sinne für Gleichgewicht, aktiviert die Tiefenmuskulatur und steigert die Körperkontrolle. Je nach Untergrund wirkt der Balanceeffekt stärker oder schwächer. Zu Dominics und Patricks Kunden zählen neben Yogakursen auch Fitnessstudios, Physiotherapeuten und Sportmediziner. Jetzt wollen sie im Vertrieb aufs Gaspedal drücken und benötigen dafür 275.000 Euro. Den „Löwen” bieten sie dafür 10 Prozent an ihrem Unternehmen an.


Autozubehör CurveSYS: Denis Güzelocaks Vater hatte vor einigen Jahren als Beifahrer einen schweren Autounfall und musste mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden. Unfallursache war der Sekundenschlaf am Steuer. So kam er auf die Idee, eine Sensorik zu entwickeln, die erkennt, ob der Fahrer die Hände am Lenkrad hat,und Alarm schlägt, sobald die Hände abrutschen – wie es bei Sekundenschlaf oder einem Herzinfarkt der Fall wäre. Basierend auf dieser Technik können noch mehr Funktionen ausgeführt werden, so dass man die Hände gar nicht mehr vom Steuer nehmen muss. Beispielsweise das Radio und das Navigationssystem bedienen, Anrufe entgegennehmen oder den Fensterheber betätigen. „CurveSYS” wird in das Steuerelement eingebaut und die Sicherheit im Auto könnte dadurch erheblich gesteigert werden. Denis Güzelocak ist sowohl mit Automobilherstellern im Gespräch, damit sie diese Technik implementieren, aber es gibt auch die Möglichkeit des Nachrüstens. Um „CurveSYS” weiter nach vorne zu bringen, benötigt der 35-Jährige 300.000 Euro und bietet den „Löwen” zehn Prozent der Firmenanteile an.

Ein Wiedersehen gibt es mit dem 20-jährigen Tobias Gerbracht aus Wuppertal. Mit seinem Staubsaugeraufsatz „Catch Up” hatte er in der 1. Folge der diesjährigen Staffel Ralf Dümmel als Investor gewinnen können.


Alle Senderinfos zu "Die Höhle der Löwen 2018" finden Sie im Special unter vox.de

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