Ausgerechnet Generation Greta : Studie: Junge Leute verschwenden die meisten Einwegverpackungen

In der Mittagspause zum Imbiss hilft schnell gegen den Hunger, verursacht aber meist viel Plastikmüll.
In der Mittagspause zum Imbiss hilft schnell gegen den Hunger, verursacht aber meist viel Plastikmüll.

Eigentlich genießt die junge Generation einen guten Ruf, wenn es um den Einsatz für die Umwelt geht.

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28. August 2019, 11:28 Uhr

Hamburg | Sie denken an ihren Planeten, machen sich für das Klima stark und versuchen, ihr Leben nachhaltig zu gestalten: Diesen Ruf genießt sie sogenannte "Generation Greta" und "Fridays for future"-Bewegung. Doch eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt jetzt: Junge Verbraucher in Deutschland nutzen deutlich häufiger Einwegverpackungen als die älteren Generationen.

So würden etwa 71 Prozent der 20- bis 29-Jährigen mindestens einmal im Monat Einwegprodukte benutzen, 15 Prozent sogar wöchentlich. "Damit hat diese Altersgruppe den größten Verpackungsverschleiß", heißt es in der Untersuchung. Insgesamt 1230 Konsumenten nahmen an der Befragung teil. In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen greifen sogar 68 Prozent einmal pro Monat zu Einwegverpackungen.

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Bequem und schnell soll es gehen

Einwegverpackungen fallen vor allem bei Essen und Getränken an, etwa beim Bestellen beim Lieferservice oder bei der Mittagspause an der Imbissbude mit dem anschließenden Coffee-to-go. "Bequemes und schnelles Konsumieren ist im Lebensstil der Deutschen fest verankert", so die Studienautoren.


Die ältere Generation scheint diesen Lebensstil hingegen nicht zu pflegen: 86 Prozent der Verbraucher über 60 Jahre geben an, nie oder nur selten Lebensmittel in Einwegverpackungen zu kaufen. Im Durchschnitt verzehren 42 Prozent der Deutschen einmal im Monat Lebensmittel in Einwegverpackungen, 14 Prozent mehrmals pro Monat und sechs Prozent mehrfach in der Woche.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Beim Verbrauch von Plastikverpackungen liegen Männer vor den Frauen. Frauen würden häufiger Essen von zu Hause mitnehmen, heißt es.

Zwar hat sich laut Greenpeace und dem "Nachhaltigkeitsbarometer" aus dem Jahr 2016 das Interesse und Engagement für das Thema gegenüber der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2012 um 20 Prozent erhöht, im Alltagsleben scheint es aber noch nicht verwurzelt zu sein.

Pro Person fallen in Deutschland rund 220 Kilogramm Verpackungsmüll an – so viel wie in keinem anderen Land der Europäischen Union (EU). Discounter wie Aldi und Lidl reagieren bereits auf die unnötige Plastikflut, nehmen Geld für Tüten und bieten mehr lose Obst-und Gemüse-Artikel an.

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