Warnstreik der Flugbegleiter : Streik am Sonntag: Rund 100 Flugausfälle bei Lufthansa-Töchtern

Von den Warnstreiks waren auch Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings betroffen.
Von den Warnstreiks waren auch Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings betroffen.

Der Warnstreik dauerte erheblich länger als angekündigt. Nun wollen die Beteiligten Bilanz ziehen.

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20. Oktober 2019, 09:39 Uhr

Frankfurt/Main | Die kurzfristig ausgeweiteten Warnstreiks der Flugbegleiter haben am Sonntag bei verschiedenen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns zu rund 100 Flugausfällen geführt. Vor allem in Berlin, Köln, München und Stuttgart bekamen die Fluggäste den Arbeitskampf zwischen der Kabinengewerkschaft Ufo und dem größten Luftverkehrskonzern Europas zu spüren.

Auch am Hamburger Flughafen fielen am Sonntag wegen des Warnstreiks mehrere Flüge aus. Am frühen Morgen waren laut Flugplan insgesamt zwölf Abflüge und zwölf Ankünfte der Fluggesellschaft Eurowings gestrichen worden, darunter Flüge nach Neapel, Salzburg und Köln/Bonn.


Nach dem Warnstreik wollen der Lufthansa-Konzern und die Gewerkschaft Ufo an diesem Montag das Geschehen auswerten. Der Konzern hat für diesen Montag angekündigt, eine Bilanz zu ziehen. Mehrere Tausend Passagiere dürften betroffen gewesen sein.

Kommt es zu unbefristeten Streiks?

Auch die Gewerkschaft Ufo will mit ihren Tarifkommissionen besprechen, wie es weitergeht. Sie befindet sich bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei den deutschen Töchtern Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress in einem Arbeitskampf und hat eine Urabstimmung über unbefristete Streiks eingeleitet. Diese sollen zum 1. November abgeschlossen werden.

Für jede einzelne Gesellschaft hat Ufo eigene Tarifforderungen aufgestellt. Von den vorübergehenden Arbeitsniederlegungen sind ausschließlich Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht betroffen. Der Lufthansa-Konzern erfüllt die Forderungen teilweise bereits freiwillig. So zahlt die Lufthansa-Kerngesellschaft bereits 2,0 Prozent mehr Gehalt, obwohl Ufo im aktuellen Arbeitskampf nur 1,8 Prozent gefordert hat.

Zum Abschluss förmlicher Tarifverträge mit der Ufo ist Lufthansa aber weiterhin nicht bereit. Sie erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft vor Gericht die Fähigkeit absprechen lassen, Tarifverträge rechtsgültig abzuschließen. Im Hintergrund schickt sich die Konkurrenzgewerkschaft Verdi an, neue Tarifverträge für das Kabinenpersonal abzuschließen.

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