Teure Roaminggebühren : Wie ein Adler russische Forscher in den Ruin trieb

Die Forscher hatten ihre Rechnung ohne das Steppenadler-Weibchen Min gemacht.
Die Forscher hatten ihre Rechnung ohne das Steppenadler-Weibchen Min gemacht.

Weil das Adlerweibchen Min eine ganz bestimmte Route flog, müssen Forscher jetzt einen Spendenaufruf starten.

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28. Oktober 2019, 10:43 Uhr

Hamburg | Dass ihr Forschungsprojekt ihnen so teuer zu stehen kommt, hätten Ornithologen aus Russland nicht gedacht. Die Wissenschaftler wollten Wanderbewegungen von Steppenadlern aus Sibirien beobachten und auswerten, hatten ihre Rechnung aber ohne das Adlerweibchen Min gemacht.

Insgesamt 13 Vögel wurden mit GPS-Sendern ausgestattet. Per SMS wurden die Forscher über den genauen Standort informiert. Die Reise von Min jedoch unterschied sich von allen anderen Strecken: Zunächst flog das Tier nach Kasachstan und blieb dort vier Monate lang. Jedoch gab es in der Region kein Mobilfunknetz, sondern erst wieder im Iran.

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Forscher starten Spendenaktion

Das hatte Folgen, denn so kam es, dass der Sender plötzlich alle Nachrichten auf einmal nach Russland schickte, die bisher gesammelt wurden, was beträchtliche Roaminggebühren bedeutete. Mehrere Hundert Euro Mobilfunkkosten wurden so verursacht.

Das gesamte Budget für die Studie war somit schnell aufgebraucht, wie die Ornithologin Elena Schneider aus Nowosibirsk gegenüber "Daily Mail" sagt. Eine SMS kostete umgerechnet etwa 69 Cent. "Wir waren völlig pleite und mussten einen Kredit aufnehmen, um das Projekt weiter zu finanzieren", so Projektleiter Igor Karjakin.

Mittlerweile haben die Forscher eine Spendenaktion gestartet, um die Studie fortführen zu können – und haben bereits viele Unterstützer.

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