Tödliches Drama am höchsten Berg Nordafrikas : Getötete Studentinnen in Marokko: Ermittler verdächtigen Terrorgruppe

Der Fundort der beiden Frauenleichen in Marokko.
Der Fundort der beiden Frauenleichen in Marokko.

Die beiden Frauenleichen wurden mit Stichverletzungen in einer abgelegenen Gegend entdeckt.

svz.de von
19. Dezember 2018, 13:53 Uhr

Rabat | Die beiden tot in Marokko aufgefundenen Skandinavierinnen sind nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden des Landes wahrscheinlich Opfer eines Terroranschlags geworden. Die Staatsanwaltschaft des Landes teilte am Mittwoch mit, vier der Tat verdächtige Männer hätten Verbindungen zu einer Terrorgruppe. Einer der Verdächtigen war am Dienstag in Marrakesch festgenommen worden, die anderen drei würden noch gesucht. Der Festgenommene gehöre einer Extremistengruppe an.

Am Fuß des bei Wanderern beliebten Berges Toubkal wurden die Leichen der beiden Studentinnen entdeckt.

Ungefährer Fundort der Frauenleichen in Marokko:

 

Die Leichen seien in einer abgelegenen Gegend nahe dem Ort Imlil gefunden worden, teilte das Innenministerium in Marokko mit. Die Stadt ist für viele Wanderer und Bergsteiger Ausgangspunkt für Touren in das Atlasgebirge. Der 4167 Meter hohe Toubkal ist der höchste Berg Nordafrikas und liegt rund 70 Kilometer südlich von Marrakesch.

Leichen mit Stichverletzungen

Bei den Opfern handelt es um eine 24-jährige Dänin und eine vier Jahre ältere Norwegerin. Die Leichen wiesen Stichverletzungen auf. Der Dänin soll nach Angaben ihrer Mutter gegenüber der dänischen Zeitung "B.T" die Kehle durchtrennt worden sein. Ihre Familie habe ihr "wegen der chaotischen Zustände" in Marokko eindringlich von der Reise abgeraten.

Laut einem Bericht der norwegischen Zeitung "Aftenposten" sollten neben dem festgenommen Tatverdächtigen noch zwei weitere marokkanische Männer ins Visier der Polizei geraten sein. Sei seien ebenfalls verdächtig, in den mutmaßlichen Mord verwickelt zu sein. Alle drei Männer würden befragt. Offenbar hatte eine Überwachungskamera die Verdächtigen gefilmt als sie zum Tatort gingen.

Studentinnen wollten einen Monat lang in Marroko bleiben

Die Polizei verstärkte nach dem Fund der Leichen das Sicherheitsaufgebot in der Region. Alle Trekkingtouren sind laut Angaben aus marokkanischen Medien ausgesetzt.

Die beiden Frauen studierten an der Universität von Südostnorwegen. Die Universität zeigte sich geschockt über die Nachrichten aus Marokko und setzte die Fahnen auf Halbmast. Wie die Universität mitteilte, waren die beiden Frauen erst am Wochenende nach Marokko aufgebrochen. Dort wollten sie demnach einen Monat lang bleiben. Die beiden Frauen studierten in Norwegen unter anderem Kultur und Naturführung.

Warnhinweise des Auswärtigen Amtes

Die Mutter der Norwegerin sagte im norwegischen Rundfunk, dass Sicherheit die oberste Priorität ihrer Tochter gewesen sei. Die beiden jungen Frauen hätten alle Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, bevor sie aufgebrochen seien.

Das Auswärtige Amt warnt für Marokko vor Touren abseits befestigter Straßen. Touren in entlegeneren Gebieten sollten grundsätzlich nur in einer Gruppe und mit marokkanischen Führern unternommen werden.

Mit dpa

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