Serie Wochentage : Dienstag, der Stresstag der Woche

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Der schreckliche Montag, der stressige Dienstag, der langweilige Mittwoch, der Fast-schon-Wochenende-Donnerstag, der Endspurt-Freitag, der Freizeit-Samstag und der besinnliche Sonntag: Unsere Wochentage sind mit vielen Assoziationen verknüpft. Woher kommen sie? Und stimmen sie überhaupt? Unsere Serie zu den Wochentagen geht diesen Fragen auf den Grund. Heute lesen Sie Teil 2: Dienstag, Stresstag der Woche.

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06. August 2019, 05:00 Uhr

Osnabrück | Starten wir mit der guten Nachricht: Statistisch betrachtet wird an einem Dienstag kaum ein Arbeitnehmer von seinem Chef gefeuert, nur sieben Prozent aller Kündigungen fallen auf diesen Tag. Und das, obwohl Unternehmensberater ihn als besten Tag empfehlen, um eine Kündigung auszusprechen. So haben die Betroffenen einige Tage Zeit, die schlechte Nachricht zu verarbeiten, bevor das Wochenende beginnt. Obwohl Arbeitnehmer also dienstags einigermaßen sicher im Sattel sitzen, ist dieser zweite Tag der Woche bei vielen dennoch unbeliebt, gilt er doch als Stresstag der Woche. Auf einschlägigen Portalen wie etwa "karrierebibel.de" kann man nachlesen, dass 57 Prozent der Arbeitnehmer den Dienstag als "produktivsten Tag der Woche" ansehen. Der Grund: An diesem Tag ist man noch ausgeruht vom Wochenende, zugleich ist der oft lähmende Montagsblues überwunden.

Der Montag dient also vielerorten dem Organisieren, Priorisieren und Wiederreinkommen in die Woche, am Dienstag dann wird gerackert, außerdem finden vielerorts Meetings und Konferenzen statt. Was der Volksmund über den Dienstag zu sagen hat und weshalb er diesen seltsamen Namen trägt, verraten wir hier im zweiten Teil unserer Serie zu den Wochentagen:

Woher kommt der Name?

Einst war der Dienstag dem Kriegsgott Mars gewidmet, weshalb er bei den Römern Tag des Mars – dies martis – genannt wurde. Im nordisch-germanischen Sprachraum indes entspricht Mars dem Gott Tyr, der wiederum als Beschützer des Things, also der Volks- oder Gerichtsversammlung, galt, was zum Begriff Mars Thingsus führte. Via Lehnsübertragung aus dem Lateinischen wurde daraus allmählich der uns bekannte Dienstag. Mit "Dienst" hat dieser Tag also wenig zu tun, wohl aber mit Gerichtstagen, die früher häufig dienstags abgehalten wurde.

Wie heißt der Tag bei unseren Nachbarn?

Im Französischen heißt der Dienstag mardi, die Spanier nennen ihn martes – beide Namen lassen noch den Bezug zum Kriegsgott Mars erahnen. Der englische tuesday indes zeugt bis heute vom Gott Tyr, ebenso der dänische Begriff tirsdag. Unsere niederländischen Nachbarn nennen ihn sehr ähnlich wie wir: dinsdag.

Was sagt der Volksglaube? Was sollte man an diesem Tag besser vermeiden, was sollte man unbedingt tun?

Im Spanischen gilt der Dienstag grundsätzlich als Unglückstag, noch schlimmer wird es, wenn er auch noch ein Dienstag der 13. ist. Auch bei den Griechen ist der Tag nicht wirklich als Glückstag bekannt, denn Konstantinopel fiel an einem Dienstag. Bis heute scheint also der Tag des Kriegsgotts bei vielen Südeuropäern mit Gewalt und Unglück verknüpft. Nach einem Blick in die Statistik zur häuslichen Gewalt, aufgeschlüsselt nach Wochentagen, kann aber zumindest hierzulande keine besondere Häufung festgestellt werden: 14 Prozent aller Gewalttaten innerhalb der Familie geschehen zwar an einem Dienstag, doch damit unterscheidet er sich kaum von den restlichen Werktagen (Montag 13 Prozent, Mittwoch 13, Donnerstag 13 und Freitag 14 Prozent). Die meisten Fälle von häuslicher Gewalt entfallen auf das Wochenende (Samstag 16 Prozent, Sonntag 17 Prozent). Auch Einbrecher sind dienstags nicht auffällig häufig unterwegs, sie gehen lieber freitags auf Beutezug.

Was also sollte man an einem Dienstag tun? Ein Inder würde sagen: Alles, bloß nicht die Haare schneiden. In Indien soll das Unglück bringen, weshalb dort viele Friseure dienstags Ruhetag haben.

Hierzulande bietet sich der Dienstag als guter Tag fürs Online-Shopping an: Statistiken haben ergeben, dass dienstags vor allem bei Schuhen, Elektro-Artikeln und Reisen Schnäppchen zu machen sind. Laut dem Reiseportal Momondo kann man an diesem Tag bei Flügen sogar bis zu 20 Prozent einsparen. Auch wer eine Facebook-Kampagne plant oder gerne twittert, sollte den Dienstag nutzen, mehrere Studien haben ergeben, dass der Effekt dann besonders gut ist. Doch Vorsicht, zu sehr ablenken lassen sollte man sich vom Netz vielleicht lieber nicht. Eine andere Statistik weist den Dienstag als zweitliebsten Tag fürs Fremdgehen aus. Wer also seinem Liebsten oder seiner Liebsten misstraut und auf die Schliche kommen will, sollte dies möglicherweise bedenken.

Ist dieser Tag auch ein wiederkehrender Feiertag?

Einen regulären Feiertag, der stets dienstags ist, haben wir nicht. Für Karnevalsfreunde jedoch ist der Fastnachtsdienstag, also der Tag zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch, eine Art Feiertag. Diesen Dienstag im Jahreslauf nannte man früher auch Beichtdienstag: Bevor die Fastenzeit am Mittwoch startet, sollte man sich geistlich auf deren Beginn einstellen – und am besten auch gleich die Sünden der Karnevalszeit beichten. Weltweit bekannt sind auch die bunten Feierlichkeiten am "Mardi Gras", dem "fetten Dienstag", wo zum Beispiel in New Orleans große Umzüge und Paraden stattfinden.

Wer hat ihn besungen oder ihm ein Kunstwerk gewidmet?

Besonders inspirierend für Musiker scheint der Dienstag nicht zu sein, denn viele Songs finden sich nicht. Dafür einer, der zu Weltruhm gelangte: Die Rolling Stones landeten im Jahr 1967 mit ihrem melancholischen Liebeslied "Ruby Tuesday" einen weltweiten Nummer-eins-Hit. Darin geht es um eine verflossene Liebe, angeblich soll mit "Ruby" ein ehemaliges Groupie von Stones-Gitarrist Keith Richards gemeint sein. Bis heute ist der Song präsent, eine US-Restaurantkette benannte sich nach ihm, eine Kosmetikfirma taufte die Farbe eines ihrer Lippenstifte "Ruby Tuesday", außerdem gibt es zahllose Coverversionen des Liedes, etwa von den Scorpions oder von Melanie.

Wer weiter sucht, findet zwar noch einige Superstars, die den Dienstag in ihren Liedern besingen, zum Beispiel Cat Stevens (später Yusuf Islam) in seinem Song "Tuesday’s Dead" von 1971. Auch David Bowie nannte 1966 ein Lied "Love You Till Tuesday", Stevie Wonder legte 1972 mit "Tuesday Heartbreak" nach. Doch dann hört es auch allmählich auf mit Dienstagsliedern.

Welche kuriosen Geschichten drehen sich um diesen Tag?

Eine besonders hübsche Geschichte findet sich im Süddeutschen, genauer im Württembergischen. Dort heiratete man gerne an einem Dienstag, denn dieser Tag war ebenso wie der Donnerstag ein sogenannter Fleischtag, bot sich also zum Feiern und üppigen Schmausen an. Doch wer sparsam war, hatte ein Problem: Oft wurden die Hochzeitsfeierlichkeiten bis zum folgenden Wochenende ausgedehnt, was bei einer Hochzeit an einem Dienstag arg ins Geld gehen konnte. Allmählich setzte sich daher der Donnerstag als noch beliebterer Tag zum Heiraten durch. Eine Entwicklung, die sicher auch dem Einfluss der bis heute für ihre Sparsamkeit berühmten schwäbischen Hausfrau geschuldet war.

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