„Saschas zweite Chance“ : „Saschas zweite Chance“: Findet Sat.1-Kandidat die Richtige?

Sascha hofft nach seinem Bauchklatscher bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ auf eine zweite Chance.
Sascha hofft nach seinem Bauchklatscher bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ auf eine zweite Chance.

Bei „Hochzeit auf den ersten Blick“ ist er gescheitert. Jetzt hofft der Sat.1-Kandidat auf „Saschas-zweite-Chance.de“.

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10. Dezember 2018, 14:53 Uhr

Berlin | Unter den Kuppelshows ist „Hochzeit auf den ersten Blick“ die gewagteste: Die Paare tun hier nicht nur so als ob. Sie gehen gleich eine rechtsgültige Ehe ein. Und das, ohne sich auch nur zu kennen. Die Partnerwahl delegieren sie an Experten, die auf der Grundlage psychologischer Tests Blind Dates direkt auf dem Standesamt arrangieren. Von den 17 Ehen der ersten vier Staffeln, sind nur drei Paare zusammen. Ein viertes – zugleich das erste mit Nachwuchs – hat sich sozusagen gegen den Expertenrat verliebt. Die TV-Psychologen hatten sie mit jeweils anderen Partnern verheiratet.

„Hochzeit auf den ersten Blick“: Worst-Case-Szenarios

Bislang gab es für die kühne Konstellation zwei unterschiedliche Worst-Case-Szenarios. Erstens: Das Paar verliebt sich nicht, sitzt ein quälendes Trennungsjahr ab und reicht einen großen Teil seiner Aufwandspauschaule an den Scheidungsanwalt weiter. Zweitens: Einer der Partner verweigert das Ja-Wort und blamiert den verhinderten Ehegatten vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft und dem Millionen-Publikum an den Fernsehern.

Die zweite Variante ist noch nie eingetreten, dafür überraschte die fünfte Staffel mit einer dritten: Vor der Standesbeamtin hat Tamara ihrem vermeintlichen „perfect match“ Sascha erst das Ja-Wort gegeben – und ihm Minuten später eröffnet, dass sie ihn trotzdem nicht mal kennenlernen will. Der Verschmähte erlebt nun alle Schrecken auf einmal: enttäuschte Hoffnung, öffentliche Zurückweisung und die Trennung von einer ihm völlig fremden Frau.

Auch in der Produktion scheint das unvorhergesehene Grauen alle Beteiligten durcheinander gebracht zu haben. Erst schickte Sat.1 seinen Kandidaten in reichlich kuriose Flitterwochen. (Mangels Braut reiste Saschas kerniger Vater mit.) Dann entwickelte der Sender spontan einen Online-Ableger der Serie: Bei „Saschas zweite Chance“ soll der Kandidat doch noch zu seiner Frau kommen – und das in einem Verfahren, das alle Aspekte des Mutterformats dementiert. Bis auf eines.

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Zweite Chance: Sat.1 verkuppelt einen verheirateten Mann

Dass diesmal zwangsläufig ein verheirateter Mann verkuppelt wird, ist eine Abweichung, die sich nicht vermeiden lässt. Verblüffender ist der vollständige Verzicht auf Wissenschaft und Psychologie. Die Kernidee der Fernsehsendung – „Aus Wissenschaft kann Liebe werden“ – spielt im Online-Format keine Rolle. Dr. Sandra Köhldorfer ist die einzige Fachkraft des Originals, die auch im Spin-off zu sehen ist – und auch das nur, um den verdatterten Publikum zu erklären: „Sie sind die Experten.“ Nach dem Debakel, das ihre eigene Expertise hier bedeutet hat, ist die Kehrtwende plausibel. Außer natürlich, sie will in der nächsten Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“ noch einmal antreten. Eine kurze Manöverkritik ihrer spektakulärsten Bauchlandung hätten die Experten sich trotzdem abringen dürfen.

Tatsächlich dürfen bei „Saschas zweite Chance“ die Zuschauer entscheiden, wer am besten zum Kandidaten passt. Bis Ende November hatten eine ganze Reihe von Frauen Video von sich ins Netz gestellt, in dem sie sich für ein Treffen mit Sascha empfehlen. Aus diesem Pool wählen die Zuschauer eine Kandidatin per Online-Abstimmung, zwei weitere bestimmen dann Saschas Freunde und seine Verwandten. Das Motto zum Format spricht deshalb auch nicht mehr von Deutschlands größtem Sozialexperiment. „Deutschland spielt Amor“, heißt es stattdessen kurz und ehrlich. Man könnte auch sagen: Aus Wissenschaft kann Willkür werden.

Wo bleibt der Tipp zur glücklichen Scheidung?

Im Vergleich zum Fernsehformat ist die Internet-Serie trotzdem angenehm harmlos: Da Sascha in diesem Jahr nicht noch einmal heiraten kann, geht es jetzt nur noch um ein Date und nicht gleich um den Rest seines Lebens. Den Weg dorthin begleiten zwölfminütigen Episoden (die parallel zur TV-Show immer sonntags um 17.30 Uhr ins Netz gehen) im Stil eines Coaching-Formats: Sascha renoviert und kleidet sich neu ein, er lernt kochen und übt in der Tanzschule, wie man Frauen anspricht. Wen er am Ende trifft und ob das frisch erlernte Zucchini-Rezept ihm hilft, ist am 23. Dezember unter „Saschas-zweite-Chance.de“ zu sehen.

Aus rätselhaften Gründen hat der Sender den gescheiterten Ehemann auch zu einem Austausch mit Stephan und Ramona geschickt, einem der drei Traumpaare, die Sat.1 glücklich verheiratet hat. Aber was soll er hier? Sascha kann den beiden nur schwermütig beim Säuseln zuhören; die für ihn dringlichere Frage, wie man schnell und schmerzlos aus einer Ehe kommt, hätten all die gescheiterten Paare von „Hochzeit auf den ersten Blick“ viel besser erklären können. Aber, so antwortet der Sender: „Der Fokus von ‚Saschas zweite Chance‘ liegt auf Liebe und Partnerschaft, nicht auf juristischer Beratung.“

In der jüngsten Episode sitzt Sascha am Computer, schaut sich die Bewerbungsvideos an und grübelt aufgeregt, welche der Verehrerinnen ihm das Publikum und seine Angehörigen wohl auswählen. Warum darf er eigentlich nicht gleich selbst eine aussuchen, die ihm am besten gefällt? Auch diese Frage geht an Sat.1. „Bei ‚Hochzeit auf dem ersten Blick‘ haben die Teilnehmer keinen Einfluss auf die Auswahl ihres Matches“, antwortet der Sender. „Diesem Prinzip folgen wir in abgewandelter Form auch im Online-Spin-off.“ Das also ist der Markenkern der Show.

„Hochzeit auf den ersten Blick“ läuft noch bis zum 23. Dezember immer sonntags um 17.30 Uhr auf Sat.1.

Neue Folgen der Web-Serie werden parallel unter „Saschas-zweite-Chance.de“ hochgeladen.

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