Corona-Krise : Existenzängste bei Reisebusbetrieben – Andreas Scheuer plant Nothilfen

Reisebus-Unternehmen drohen hohe Einbußen.
Reisebus-Unternehmen drohen hohe Einbußen.

Laut einer aktuellen Umfrage drohten Umsatzeinbußen in zweistelliger Milliardenhöhe.

von
25. April 2020, 10:17 Uhr

Berlin | Alle Busse auf dem Hof, keine Urlauber in Sicht: Für viele Reisebusbetreiber wird die Corona-Flaute bedrohlich. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plant nun Nothilfen für die schwer gebeutelte Busbranche. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, soll damit eine Pleitewelle verhindert werden.

Weiterlesen: Alle Entwicklungen zur Corona-Krise im Liveblog

Die Lage der mittelständisch geprägten Branche wird wegen der einschneidenden Beschränkungen als dramatisch eingeschätzt. Die Busse seien "auf Null" gesetzt worden, Personenverkehr und Bustouristik komplett zum Erliegen gekommen, hieß es. Reisebusse könnten nicht mehr fahren, auch die Schülerbeförderung dürfte nur langsam wieder in Gang kommen.

Anschaffung von Bus kostet rund 500.000 Euro

Für viele Unternehmen sei dies existenzbedrohend. Zwar müsse derzeit keine Kfz-Steuer gezahlt werden, auch Versicherungsbeiträge könnten gestundet werden – die Fixkosten aber blieben. Dabei geht es um sogenannte Vorhaltekosten. So müssten Kredite weiterhin getilgt werden. Viele Busunternehmen hätten ihre Flotte in der vergangenen Zeit auf moderne und umweltfreundliche Fahrzeuge umgerüstet, die Anschaffung eines neuen Reisebusses koste 400.000 bis 500.000 Euro.

Deswegen stünden viele Firmen "massiv in der Kreide", hieß es in den Regierungskreisen. Das Verkehrsministerium arbeite deswegen an einem Förderprogramm, um die Firmen bei den Vorhaltekosten zu entlasten. Das Volumen stehe noch nicht fest. In einer Branchenumfrage äußerte jedes vierte Unternehmen die Befürchtung, wegen des Geschäftseinbruchs nur noch vier Wochen durchzuhalten. Rund 60 Prozent hält sich nach eigener Einschätzung noch drei Monate über Wasser, wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer mitteilte.

Täglich Geschäftsaufgaben

"Die Busbranche in Deutschland liegt am Boden", sagte Bundesgeschäftsführerin Christiane Leonard. "Uns erreichen täglich Nachrichten von Geschäftsaufgaben." Schnelle Hilfe sei notwendig. Die bisherigen staatlichen Rettungsmaßnahmen für die Wirtschaft reichten nicht aus. Der Verband ruft für die mittelständischen Unternehmen nach Zuschüssen, Steuererleichterungen und einer „Exit-Strategie", damit wieder Reisen geplant werden könnten.

Umfassende Stornierungswelle

In einer Resolution des Bustouristikgewerbes hieß es, die privaten bustouristischen Unternehmen seien sich ihrer Verantwortung bewusst, dass die Gesundheit der Kunden und Busfahrer oberste Priorität habe. Seit Beginn der Corona-Ausbreitung in Europa werde die Lage aber mit jedem Tag dramatischer. Inzwischen seien viele der fast 3000 privaten, zumeist familiengeführten Busunternehmen in Bedrängnis. Die Bustouristik sei die am frühesten betroffene Branche. Bereits Anfang März habe eine umfassende Stornierungswelle eingesetzt. Seit dem Verbot von Busreisen am 17. März lägen die Buchungszahlen bei null.

Umsatzeinbußen in zweistelliger Milliardenhöhe

"Damit wird es in der kurzen Saison derzeit unmöglich, die hohen Vorauszahlungen und die immensen laufenden Kosten etwa für die Fahrzeuganschaffung zu refinanzieren", hieß es. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit sagten Kunden nun auch bereits Reisen weit in der Zukunft ab. Laut einer aktuellen Umfrage drohten Umsatzeinbußen in zweistelliger Milliardenhöhe, wenn sich die Buchungsrückgänge so fortsetzten.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen