Toter CDU-Politiker : "Niedergang der menschlichen Moral": Seehofer zu Reaktionen auf den Fall Lübcke

Horst Seehofer hat auf den Hass nach der Tötung von Walter Lübcke reagiert.
Horst Seehofer hat auf den Hass nach der Tötung von Walter Lübcke reagiert.

Nach anderen Politikern hat nun auch Horst Seehofer mit Empörung auf die Reaktionen zum Tod von Walter Lübcke reagiert.

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07. Juni 2019, 07:44 Uhr

Berlin | Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die rechte Hetze gegen den erschossenen Regierungspräsidenten von Kassel, Walter Lübcke (CDU), scharf verurteilt. "Da bleibt einem die Luft weg, das ist abscheulich", sagte der CSU-Politiker dem "Tagesspiegel". "Wenn jemand, nur weil er liberale Ansichten hatte, so mit Hass überzogen wird, ist das der Niedergang der menschlichen Moral."

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Lübcke war in der Nacht zum Sonntag auf der Terrasse seines Wohnhauses mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Die Obduktion ergab, dass der Politiker mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe getötet worden war. Das Motiv ist unklar. Die Tötung Lübckes hatte teils hämische Kommentare in den sozialen Netzwerken ausgelöst. Anlass dafür könnte der Einsatz des Regierungspräsidenten für Flüchtlinge im Jahr 2015 gewesen sein.

"Menschenverachtend und bedienen niederste Instinkte"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte die entsprechenden Netz-Kommentare bereits am Mittwoch "zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig" genannt. Ähnlich äußerte sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Dem "Spiegel" sagte er: "Diese Reaktionen im Netz sind menschenverachtend und bedienen niederste Instinkte."

Am Donnerstag verlangte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, europäische Regelungen gegen Hassbotschaften im Internet. Ebenso wie bei der Äußerung von antisemitischen Inhalten habe sich auch im Fall Lübcke eine Verrohung gezeigt, "die wir so nicht hinnehmen sollten", sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur. Die Regeln, die in der realen Welt gelten, müssten auch in den sozialen Medien angewendet werden.

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