SEK-Einsatz : Entführung geplant? Razzia nach Streit zwischen Bushido und Familienclan

Bushido soll inzwischen Schutz bei einem anderen Clan suchen.
Bushido soll inzwischen Schutz bei einem anderen Clan suchen.

Bushidos Frau soll ausgesagt haben, dass ein Ex-Geschäftspartner ihres Mannes im Besitz scharfer Waffen sei.

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22. November 2018, 12:55 Uhr

Berlin | Das Berliner Landeskriminalamt hat am Donnerstag ein Anwesen in Kleinmachnow südlich von Berlin durchsucht, berichten unter anderem der "Tagesspiegel" sowie die "Welt". Es soll sich dabei um das Haus von Arafat Abou-Chaker, einem Ex-Geschäftspartner des Rappers Bushido, handeln.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem "Tagesspiegel" sagte, ermittle man wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz und der Verabredung zu einer Straftat. Damit sei, wie es aus Justizkreisen heiße, eine geplante Entführung gemeint – womöglich im Zusammenhang mit einem Streit mit dem Rapper, der bürgerlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt. Laut Angaben der "Welt" soll Bushidos Ehefrau ausgesagt haben, dass Abou-Chaker im Besitz scharfer Waffen sei.

2010 stellte Bushido dem Clan-Kopf eine Generalvollmacht aus

Mehrere Mitglieder der aus dem Libanon stammenden Familie Abou-Chaker sind laut "Tagesspiegel" in den vergangenen 25 Jahren durch Gewalttaten, Eigentumsdelikte und Drogenvergehen aufgefallen. Die bislang circa 30 Verfahren gegen Arafat Abou-Chaker seien jedoch alle eingestellt worden. Zeitweise wurde der 42-Jährige in zweiter Instanz freigesprochen. Vor allem mangle es meist an brauchbaren Zeugenaussagen.

Bekannt wurde Arafat Abou-Chaker auch durch seine private und geschäftliche Nähe zum Rapper Bushido. Der Künstler soll über Jahre seine Einnahmen mit dem Clan geteilt haben, 2010 zudem eine Generalvollmacht ausgestellt, mit der Arafat Abou-Chaker frei über das Vermögen Bushidos verfügen könne. Immer wieder zeigten sich die beiden in den vergangenen 14 Jahren zudem öffentlich zusammen – bis es im März dieses Jahres zum Streit gekommen sein soll.

In einem Interview mit dem Magazin "Stern" sprach der Musiker davon, wie sich aus der Freundschaft eine Art Tyrannenherrschaft entwickelt haben soll. Nach der geschäftlichen Trennung sei es zum Zerwürfnis der beiden gekommen, Bushido soll laut Angaben der "Welt" seitdem den Schutz bei Ashraf Rammo suchen, dem Kopf des Rammo-Clans.

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