IBES 2021 : RTLs Dschungelshow: Die Kotzfrucht schrumpelt zur Stink-Rosine

Was soll ich hier? Die ersten Kandidaten von IBES 2021.
Was soll ich hier? Die ersten Kandidaten von IBES 2021.

Nein, nein, nein! „Ich bin ein Star – die große Dschungelshow“ hat angefangen. Warum kann es so nicht weitergehen?

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16. Januar 2021, 02:13 Uhr

Berlin | Statt des Dschungels gibt es in diesem Jahr nur ein Corona-Ersatzformat. Es beginnt in einem 18-Quadratmeter-Häuschen, das mitten im Studio steht. Hier wohnen die Kandidaten. Highlight des Innendesigns ist ein Trockenklo. Ohne Tür, wie die Bewohner feststellen. Und ausgerechnet als alle sich mit Bangen ihr erstes großes Geschäft ausmalen, blendet RTL eine Werbung ein. Für Zwiebelmett von Zimbo. Würg. Das Buschschwein-Sperma bisheriger Dschungelcamps war extrem, aber dafür immer schön weit weg von jeder Lebenswirklichkeit. Jetzt muss man sich wohl auf reale Peinlichkeiten einstellen. Des Fernsehens schönste Kotzfrucht mutiert zur Stink-Rosine.

Halbwegs unanständig über die Runden

Man hätte das Dschungelcamp im Corona-Jahr auch ganz abblasen können. Besser nicht regieren als falsch regieren, raten anerkannte C-Promis. Wenn man doch was macht, braucht es jedenfalls eine richtig entschlossene Haltung. Ein „Jetzt erst recht“, vielleicht auch ein „Scheißegal“. In der Dschungelshow bemühen sich alle nur, halbwegs unanständig über die Runden zu kommen. Vielleicht ist es die Erschöpfung der Pandemie; an der Leidenschaft aller Produktionsbeteiligten besteht sonst ja eigentlich kein Zweifel.

In der Notausgabe mischen sie jetzt wehmütige Rückschau mit trauriger Gegenwart: Erst ziehen ein Fussbroich, der Ex von Elena Miras und irgendwer aus GNTM in das „Tiny House“ ein. Dann folgt ohne Zusammenhang ein Einspieler und erinnert an Staffel 8 – warum auch immer gerade an die. Zwei Veteranen des Jahrgangs sitzen auch dabei: Julian Stoeckel und Melanie Müller. (Sieht schlimm aus. Make-up wie vom Bestatter.) Larissa Marolt, damals als Siegerin der Herzen um die Krone betrogen, ist gar nicht erst angereist. Schon das beweist, wie wenig Klasse die neue Show hat.

Erst jetzt merkt man, wie gut gebaut das Original ist

Nach dem Talk-Block, der in einem regulären Jahr erst nach der Show und nur auf dem Schwestersender liefe, kommen dann noch einmal die Kandidaten zurück. Inmitten grüner Deko absolvieren sie eine, wie Zietlow und Hartwich erklären, „Dschungelprüfungstauglichkeitsprüfung“. Aber auch das Tauchbad in den Reptilien wirkt merkwürdig. Das GNTM-Model bibbert, quiekt, versagt und bezichtigt sich tränenreich selbst. Dabei scheint sie selbst nicht sicher zu sein, ob die vertrauten Rituale hier in Köln überhaupt passend sind. Auf einmal spürt man: Das Geschrei, das Erbrechen, sogar die Pick-up-Reklame bei den Schatzsuchen – das alles hat im normalen Dschungelcamp offenbar doch einen inneren Zusammenhang. Ohne den erscheint jetzt alles viel verrückter und sinnloser als die normale Show.

Und wie glaubt RTL wohl, das Publikum bei der Stange zu halten? Die Kandidaten nehmen diesmal ja nur gestaffelt teil. Immer drei ziehen für jeweils drei Tage ein, dann kommen die nächsten. Die Beliebteren dürfen im Halbfinale dann noch einmal ran. Grüppchenbildung und Psychoterror, der Kern jeder guten Reality-Show, fallen damit weg. Aber: Warum soll man als Zuschauer dranbleiben – wenn nicht mal die Kandidaten bleiben?

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