Prozessauftakt : Chaos in New York: So lähmt Drogenboss "El Chapo" die Stadt

Gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin 'El Chapo' Guzman startet jetzt der Prozess in New York.
Gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman startet jetzt der Prozess in New York.

Sperrung der Brooklyn Bridge für den Weg vom Gefängnis zum Gerichtssaal: Die Behörden haben eine mögliche Lösung.

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13. November 2018, 13:31 Uhr

New York | Nach der Auswahl einer zwölfköpfigen Jury startet am Dienstag in New York unter hohen Sicherheitsbedingungen der Prozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán. Erwartet werden die Eröffnungsplädoyers. Bis zu einem Urteil kann es nach Einschätzung von Richter Brian Cogan mehrere Monate dauern.

Die US-Justiz wirft dem wegen seiner Körpergröße von etwas mehr als 1,60 Meter "El Chapo" (Der Kurze) genannten Guzmán unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation – des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa – vor. Er soll tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt und damit Milliarden verdient haben. Zudem soll der 61-Jährige für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein. Bei einer Verurteilung droht Guzmán eine lebenslange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Superstau: Für den Transport wird die Brooklyn Bridge gesperrt

Die strengen Sicherheitsvorkehrungen machen der Millionenmetropole New York zu schaffen. "El Chapo" sitzt seit seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017 in einem Hochsicherheitsgefängnis in New York – in einer 15 Quadratmeter großen, fensterlosen Zelle. In Mexiko waren ihm mehrfach spektakuläre Gefängnisausbrüche gelungen; in New York will man sich diese Blamage nicht geben.

Der Prozess startet laut der Homepage des United States District Court um 9.30 Uhr New Yorker Zeit im Federal District Court Brooklyn. Untergebracht ist El Chapo aber in einem Hochsicherheitsgefängnis in Lower Manhattan, dem Metropolitan Correction Center. Vor Prozessbeginn musste für jeden Gerichtstermin zweimal die viel befahrene Brooklyn Bridge komplett gesperrt werden, ein Infrastruktur-Alptraum für New York. Nun überlegen die Behörden, "El Chapo" während des Prozesses zumindest unter der Woche in einer Zelle in Brooklyn unterzubringen.

Polizeischutz für die Juroren

Doch nicht nur für den Gefangenen gilt die höchste Sicherheitsstufe. Nach Berichten der New York Times werden die anonymen Jury-Mitglieder ebenfalls unter Schutz zu den Prozessterminen und wieder nach Hause befördert. Auch die Zeugen werden demnach rund um die Uhr bewacht und im Vorfeld nicht bekanntgegeben. Im Gerichtsgebäude sei zudem eine Task Force der U.S. Marshals, ein Team des New York Police Departments und Bombenspürhunde im Einsatz.

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