Apolda : Proteste gegen Neonazi-Konzert in Thüringen

Bereits am Freitagabend kamen laut Polizei rund 750 Angehörige der rechten Szene zusammen. Foto: Carsten Rehder/dpa
Bereits am Freitagabend kamen laut Polizei rund 750 Angehörige der rechten Szene zusammen. Foto: Carsten Rehder/dpa

Das als politische Kundgebung angemeldete Rechtsrock-Konzert hatte am Freitagabend begonnen.

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06. Oktober 2018, 12:12 Uhr

Apolda | Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben im thüringischen Apolda am Samstag Bürgerproteste gegen ein Rechtsrock-Konzert mit mehreren Tausend erwarteten Teilnehmern begonnen. Unter den etwa 150 Gottesdienstbesuchern in der evangelischen Martinskirche waren auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und weitere Vertreter der Thüringer Landesregierung. Auf dem Konzertort auf dem Marktplatz von Apolda hatten Parteien, Verbände und ein Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Informationsstände aufgebaut.

Die Organisatoren des Rechtsrock-Konzerts haben unterdessen auch eine Versammlung in Kirchheim bei Arnstadt angemeldet. Wie ein Sprecher der Landespolizeidirektion am Samstag sagte, laufen derzeit die Kooperationsgespräche unter anderem zu Uhrzeit und Dauer. In Kirchheim hatten sich in den vergangenen Jahren wiederholt Angehörige der rechtsextremen Szene zu größeren Rechtsrock-Konzerten getroffen.

Erst Anfang Juni fand im thüringischen Themar ein Rechtsrock-Festival statt. Foto: dpa/FrM/ZB
Erst Anfang Juni fand im thüringischen Themar ein Rechtsrock-Festival statt. Foto: dpa/FrM/ZB

Bereits am Freitagabend hatten auf dem Marktplatz in Apolda nach Polizeiangaben etwa 750 Menschen an einem Rechtsrock-Konzert teilgenommen. Dabei wurden unter anderem sechs Anzeigen wegen des Verwendens von verfassungswidriger Organisationen sowie drei Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsrecht aufgenommen. Gegen das Rechtskonzert hatten etwa 100 Menschen protestiert.

Eigentlich hatte das Konzert im 15 Kilometer entfernten Magdala stattfinden sollen. Das Amtsgericht Weimar untersagte dem Veranstalter aber am Freitag kurz vor dem Beginn die Nutzung von Zufahrtswegen zum Konzertgelände. Da neben Magdala auch Apolda als Konzertort angemeldet worden war, konnten die Veranstalter kurzfristig umziehen.


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