Gegen Lukaschenko : Polizisten behindern Protestmarsch hunderter Frauen in Belarus

Polizisten stellen sich den friedlich demonstrierenden Frauen entgegen.
Polizisten stellen sich den friedlich demonstrierenden Frauen entgegen.

In Belarus sind Frauen gegen Lukaschenko auf die Straße gegangen. Zahlreiche Polizisten stellten sich dem Protest entgegen.

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29. August 2020, 16:54 Uhr

Minsk | Trotz eines großen Aufgebots mit Hundertschaften der Polizei und Gefangenentransportern haben zahlreiche Frauen in Belarus (Weißrussland) gegen Staatschef Alexander Lukaschenko protestiert. Auf Bildern in sozialen Netzwerken waren am Samstag Hunderte Frauen zu sehen, die zu Fuß unterwegs waren. Metro-Stationen in der Hauptstadt Minsk waren geschlossen. Im Zentrum standen Einheiten der Polizei und der Sonderpolizei, um den Protestzug zum Unabhängigkeitsplatz zu behindern.

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imago images/ITAR-TASS

Dort standen ebenfalls Einsatzkräfte und Busse für mögliche Festnahmen bereit, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vom Ort des Geschehens berichtete.

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Die Polizei warnte in Durchsagen, dass die Aktion nicht erlaubt sei. Ziel des Protests "Große Parade der weiblichen Friedenstruppen" sei es, die Freilassung von Gefangenen zu erreichen, die Polizeigewalt strafrechtlich verfolgen zu lassen und Neuwahlen zu erwirken, hieß es. Frauen nehmen in der Demokratiebewegung in Minsk eine herausragende Stellung ein.

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imago images/ITAR-TASS

Geplant war ein etwa zwei Kilometer langer Protestmarsch vom Platz der Freiheit durch das Zentrum bis zum Platz der Unabhängigkeit. Am Rande der Aktion wurden einige Männer festgenommen.

Anführerin der Bewegung ist die Aktivistin Swetlana Tichanowskaja. Die 37-Jährige war bei der Präsidentenwahl am 9. August gegen Lukaschenko angetreten und beansprucht den Sieg für sich. Seit dem umstrittenen Urnengang, bei dem sich Lukaschenko nach 26 Jahren im Amt mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären ließ, gibt es landesweit Proteste und Streiks.

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