Nach Vorfällen in Augsburg und München : Zunehmende Gewaltbereitschaft? Täter oft männlich und berauscht

Nach der tödlichen Gewalttat von Augsburg hat ein Richter Haftbefehle gegen die sieben Verdächtigen erlassen. Die Stadt trauert um das Opfer.
Nach der tödlichen Gewalttat von Augsburg hat ein Richter Haftbefehle gegen die sieben Verdächtigen erlassen. Die Stadt trauert um das Opfer.

Die Gewerkschaft der Polizei beklagt nach den jüngsten Ereignissen auch eine "oft völlig unverhältnismäßige Brutalität."

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10. Dezember 2019, 10:26 Uhr

Augsburg | Nach dem tödlichen Streit in Augsburg und der Messerattacke auf einen Polizisten im Münchner Hauptbahnhof beklagt die Gewerkschaft der Polizei eine zunehmende Gewaltbereitschaft. "Auffällig ist dabei auch eine oft völlig unverhältnismäßige Brutalität", sagte der bayerische Landesvorsitzende Peter Schall dem "Münchner Merkur" (Dienstag). 70 bis 80 Prozent der Täter seien männlich und stünden unter Einfluss von Alkohol oder Drogen.

Hintergrund: Tödliche Attacke in Augsburg – Haftbefehle gegen sieben Verdächtige

"Auch drogenbedingte Psychosen scheinen zuzunehmen, aus denen heraus Polizisten, Feuerwehrmänner und Sanitäter angegriffen werden", sagte Schall. "Ansonsten findet man diese Täter inzwischen leider in allen Gesellschaftsschichten, in allen Altersgruppen und mit sämtlichen Staatsangehörigkeiten." Auch wenn seit etwa fünf Jahren insbesondere gegenüber Einsatzkräften die Gewalt deutlich zunehme, betonte Schall aber, dass der Bezug im Augsburger Fall "nicht hundertprozentig passt", weil der getötete Feuerwehrmann privat unterwegs gewesen sei.


Mit Blick auf Politik und Justiz sagte Schall: "Die Strafen für Angriffe auf Rettungskräfte und Polizisten wurden ja gerade erst verschärft. Vonseiten der Justiz wäre es allerdings gut, wenn der zur Verfügung stehende Strafrahmen von den Richtern auch öfter einmal ausgeschöpft würde - insbesondere bei Wiederholungstätern." Er glaube aber nicht, dass sich das Problem alleine über das Strafrecht lösen lasse, sagte der Polizist. "Da muss in den Köpfen was passieren."

Hintergrund: Er war "völlig chancenlos" – Polizist in München mit Messer attackiert

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