Mehrere Schüsse : Polizei erschießt 74-Jährigen bei Einsatz in Bochum

Ein Sichtschutz sicherte den Einsatzort nach dem Vorfall ab.
Ein Sichtschutz sicherte den Einsatzort nach dem Vorfall ab.

Als der 74-jährige einen Gegenstand zog, feuerte ein Beamter mehrere Schüsse ab. Der Mann verstarb noch am Einsatzort.

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17. Dezember 2018, 06:36 Uhr

Bochum | Es ist dunkel, vor einem Mehrfamilienhaus in Bochum steht Sichtschutz, der Tatort ist mit Polizeiband abgesperrt: Ein Polizist hat bei einem Einsatz einen 74 Jahre alten Mann erschossen. Die Beamten seien am Sonntagabend gerufen worden und hätten den Mann kontrollieren wollen, sagte ein Sprecher der Polizei Bochum der Deutschen Presse-Agentur.

Mordkommission Essen übernimmt Ermittlungen

Der Mann habe plötzlich einen – nicht näher genannten – Gegenstand gezogen. Daraufhin habe einer der Polizisten nach ersten Erkenntnissen mehrere Schüsse abgegeben, der Mann sei tödlich verletzt worden. Es sei noch versucht worden, ihn wiederzubeleben - vergeblich.

Aus Neutralitätsgründen übernahm eine Mordkommission aus Essen die Ermittlungen. Warum die Polizisten gerufen worden waren, war zunächst noch unklar. Staatsanwaltschaft und Polizei wollen am Montagvormittag eine gemeinsame Erklärung abgeben.

Dass Menschen durch Polizeikugeln sterben, kommt in Deutschland vergleichsweise selten vor. Wie aus jüngsten verfügbaren Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht, hatten Polizisten in Deutschland im Jahr 2017 bei Einsätzen 14 Menschen erschossen. Zudem wurden 39 Menschen verletzt.

Die Zahlen lagen etwas höher als in den Jahren zuvor. 2016 waren es 11 Tote und 28 Verletzte durch Polizeischüsse gewesen. 2015 waren 10 Menschen gestorben, weitere 22 waren verletzt worden.

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