Trauer um "Butch" und "Sammy" : Pitbull-Terrier beißt Kater tot – und wird von Polizei erschossen

Für das Halten eines Pitbull-Terriers gelten bestimmte Regeln.
Für das Halten eines Pitbull-Terriers gelten bestimmte Regeln.

Schüsse schreckten Bewohner auf: Polizisten töteten einen aggressiven Hund. Die Besitzerin ist erschüttert.

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26. Juli 2019, 15:42 Uhr

Offenburg | Große Trauer um "Butch" und "Sammy": Ein Pitbull-Terrier hat am Mittwochnachmittag in Offenburg (Baden-Württemberg) auf offener Straße einen Kater attackiert und totgebissen. Nach Angaben der Polizei musste der Hund "mit massiver Kraftanstrengung von der Hundehalterin sowie einem weiteren Zeugen am Boden fixiert werden". Der Hund habe sich in einem Nordic-Walking-Stock verbissen. Als er sich später auf die Beamten zubewegte, erschoss ein Polizist den achtjährigen "Butch". Die Hundehalterin erlitt Biss- und Kratzwunden und wurde ins Krankenhaus gefahren.

Wie die "Badische Zeitung" berichtet, war der Kater vor dem angeleinten Hund plötzlich unter einem Auto hervorgekommen. Beide Tiere hätten sich erschreckt und "Butch" hätte instinktiv nach "Sammy" geschnappt. Die Hundehalterin hätte versucht die Tiere zu trennen und wurde von beiden verletzt. Schließlich seien ihr die Katzenbesitzer zur Hilfe geeilt sowie Passanten. Die Polizei wurde alarmiert.

Maul mit Nordic-Walking-Stock aufgestemmt

"Mit der Gehhilfe einer älteren Passantin gelang es mir schließlich doch, das Maul des Hundes aufzuhebeln", sagte die Hundebesitzerin der Zeitung. Doch der 13-jährige Kater sei da bereits tot gewesen.

Als die Beamten dazukamen, knieten die Frau und ein Passant auf dem sich wehrenden Hund. Die Halterin rief den Tierarzt an. "Ich wollte, dass der Arzt meinem Hund eine Betäubungsspritze gibt, damit er nicht auf offener Straße erschossen wird", so die 30-Jährige. Doch die Polizisten hätten sie trotz ihres Flehens aufgefordert, aufzustehen und den Hund freizugeben.

Nach Worten von "Butchs" Frauchen habe sich der Hund dann "geschwächt" erhoben. Die Polizei realisierte eine Gefährdung: Es sei nicht klar gewesen, ob der Hund "in seinem Rausch" erneut angreifen wolle, sagte ein Polizeisprecher. Daher schossen sie auf ihn. Da der Hund nach dem ersten Treffer nicht reagiert habe, wurden weitere abgefeuert. Kurze Zeit später sei der Tierarzt eingetroffen – da waren beide Tiere schon tot.

Tierhalter von Drama erschüttert

"Für mich war er einfach alles", sagte die Hundehalterin dem "Offenburger Tageblatt". Sie habe "Butch" vor fünf Jahren aus dem Tierheim zu sich geholt. Das Herrchen-Gesuch von damals steht noch auf Facebook:

An der Bezeichnung "Kampfhund" störe sie sich. Er sei ein Listenhund mit positivem Wesenstest gewesen, kein Kläffer und lieb zu Kindern und Hunden.

Auch die Besitzerin des Katers "Sammy" trauert um den Verlust ihres Haustiers. Ihre Kinder hätten den Vorfall mitbekommen. Dabei bezweifele sie, dass der Kater unter dem Auto hervorgesprungen sei: "Dafür war er einfach zu faul."

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