Skrupelloses Trio vor Gericht : Paar half Obdachlosem mit Spenden-Aktion: Alles nur Betrug?

Betrüger? Der damals obdachlose Johnny Bobbitt Jr. (links), Kate McClure und ihr Freund Mark D'Amico am 17. November 2017 am Citgo Stadion in Philadelphia. Foto: Elizabeth Robertson/The Philadelphia Inquirer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Betrüger? Der damals obdachlose Johnny Bobbitt Jr. (links), Kate McClure und ihr Freund Mark D'Amico am 17. November 2017 am Citgo Stadion in Philadelphia. Foto: Elizabeth Robertson/The Philadelphia Inquirer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Vor einem Jahr ging die vermeintlich emotionale Geschichte des Trios um die Welt – jetzt wurden alle drei verhaftet.

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16. November 2018, 15:21 Uhr

Philadelphia | Es klingt wie ein schlechtes Hollywood-Drehbuch: 400.000 Euro Spenden für einen Obdachlosen, ein Prozess um Geld und Drogen und am Ende ein einziger riesiger Trickbetrug. Wie mehrere Medien berichten, sollen die Amerikaner Kate McClure, ihr Freund Marc D'Amico und der ehemalige Obdachlose Johnny Bobbitt gutmütige Spender um knapp über 400.000 Dollar geprellt haben. Ihre Geschichte, mit der sie eine groß angelegte GoFundMe-Kampagne bewarben, machte vor genau einem Jahr international Schlagzeilen – doch alles soll nur erfunden gewesen sein. Laut Medienberichten laufen Ermittlungen gegen alle drei. Ihnen droht eine Anklage wegen Betrug und Verabredung zu einem Verbrechen.

Obdachloser soll seine letzten 20 Dollar gegeben haben, um zu helfen

Die Geschichte, die die drei erzählten, rührte im November 2017 Menschen weltweit: McClure berichtete auf der Website ihres Spendenaufrufs, wie sie spät abends mit dem Auto liegen blieb. Damit sie nicht zur Tankstelle laufen müsse, hätte der obdachlose Bobbitt sich auf den Weg gemacht und für einen Kanister Benzin seine letzten 20 Dollar hergegeben. Aus Dankbarkeit hätten McClure und D'Amico ihre Spendenaktion über die Crowdfunding-Plattform GoFundMe gestartet.

Archiv: Lesen Sie hier die Hintergründe der Spendenaktion

Das ambitionierte Ziel der Kampagne: 10.000 Dollar. Insgesamt kamen jedoch mehr als 400.000 Dollar zusammen. Ausgegeben werden sollte das Geld unter anderem für eine Wohnung für Bobbitt.

Klage gegen die Spendensammler: Wer hat das Geld ausgegeben?

Der Fall nahm jedoch schon bald kuriose Züge an. Nach amerikanischen Medienberichten, klagte Bobbitt im August gegen seine Wohltäter. NBC News berichtete im September, er habe nach eigener Aussage angeblich nur 75.000 Dollar bekommen – den Rest hätte das Paar zur Anschaffung für eigene Luxusgüter genutzt. In einer Talkshow des Senders hätten McClure und D'Amico jedoch zuvor angegeben, nichts von dem Geld ausgegeben zu haben. Stattdessen hätte Bobbitt davon einen Truck samt Trailer gekauft – und Drogen. Die Polizei durchsuchte im Zuge der Ermittlungen das Haus von McClure und D'Amico.

Jetzt soll sich jedoch ergeben haben: Alles war ein abgekartetes Spiel. Einem Bericht der New York Post zu folge sollen das Textnachrichten, die die Polizei sicherstellte, belegen. Was von dem Geld noch übrig ist, werde derzeit ermittelt. Nach Angaben des Staatsanwalts Scott A. Coffina in Burlington County gingen die Behörden jedoch davon aus, dass alles weg sei.

Am Mittwoch wurden McClure und D'Amico laut New York Post verhaftet, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Bobbitt hingegen solle nach New Jersey überführt werden. Kommt es zur Anklage, drohe eine Haftstrafe von fünf bis zehn Jahren. GoFundMe soll unterdessen angekündigt haben, dass alle Spender ihr Geld zurück erhalten.

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