Löschung von WDR-Kinderchorlied : "Oma ist 'ne Umweltsau": Chorleitung verteidigt umstrittene WDR-Satire

Kritik an WDR-Satire: Singende Kinder haben einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.
Kritik an WDR-Satire: Singende Kinder haben einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Sie fährt SUV, isst Billigfleisch und geht auf Kreuzfahrten: Mit einem Lied über Oma sorgt der WDR für Diskussionen.

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29. Dezember 2019, 12:14 Uhr

Köln | Eine vom WDR-Kinderchor als Umweltsatire gesungene Verballhornung des Liedes "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad" hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Westdeutsche Rundfunk erklärte, die Satire habe "sehr unterschiedliche Reaktionen" ausgelöst und löschte das Video schließlich von der WDR-2-Facebookseite. Die Leitung des WDR-Kinderchors verteidigte die umstrittene Satire allerdings.

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SUV, Billigfleisch, Kreuzfahrten

In dem Video sangen Mädchen im Studio unter anderem die Zeilen: "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau." In einer anderen Strophe hieß es: "Meine Oma fährt mit 'nem SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator." Auch die Themen billiges Discounterfleisch und Kreuzfahrten werden nicht ausgespart.





Am Ende des Videos sieht man die Chormädchen mit ernstem Blick die Lippen bewegen und hört die Stimme der Umweltaktivistin Greta Thunberg: "We will not let you get away with this" (Wir lassen Euch damit nicht davon kommen).

Der Beitrag ärgerte viele. "Warum sendet man so einen Unverschämtheit?", schrieb eine Nutzerin empört auf Facebook. "Unterirdisch", "unterstes Niveau", "eine einzige Frechheit", schrieben andere. Einige aber zeigten auch Verständnis: "Wenn man das Alter der Kinder beachtet, sind die heute 50-70-Jährigen gemeint (...) Da steckt schon wahres drin."

WDR wollte "hysterische Klimadiskussion" abbilden

Auch Satiriker Jan Böhmermann äußerte sich: "Wer sich jeden Tag billiges Discounterfleisch aufbrät, ist eine Umweltsau." Viele Twitternutzer zeigen sich aber auch irritiert über die sehr laute Kritik.



Die Satire habe "sehr unterschiedliche Reaktionen" ausgelöst, hieß es in der Stellungnahme des WDR 2 auf Facebook. Dies sei "im besten Falle auch Sinn einer Satire". Man habe die "zuweilen hysterische Klimadiskussion" zuspitzen wollen. Den Vorwurf, die beteiligten Kinder seien instrumentalisiert worden, wies der Sender zurück. "Dies ist absolut nicht der Fall, trotzdem haben wir uns entschlossen, das Video zu löschen, da schon die Mutmaßung, WDR 2 hätte die Kinder des Chores instrumentalisiert, für die Redaktion unerträglich ist."

So reagiert die Leitung des WDR-Kinderchors

Die Leitung des WDR-Kinderchors wies den Vorwurf zurück, die Kinder seien instrumentalisiert worden. "Ich möchte mich als beteiligter Musiker bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen", hieß es am Sonntag in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Chores.

Den teilnehmenden Kindern sei erklärt worden, dass mit Überspitzung und Humor der Konflikt zwischen den Generationen aufs Korn genommen werden solle, erklärte der künstlerische Gesamtleiter Zeljo Davutovic. Kinder und Eltern hätten freiwillig entscheiden können, ob sie an dem Projekt teilnehmen. Es gehe nicht um die Oma, "sondern um uns alle. Hier schließe ich mich persönlich ein", schrieb Davutovic.

Zahlreiche Auftritte in Seniorenheimen dokumentierten die generationsübergreifende Arbeit der Kinderchors. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer allergrößten Respekt vor Seniorinnen und Senioren gezeigt. Diesen werden wir uns auch in Zukunft nicht nehmen lassen", hieß es in der Erklärung.

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