Erste Hilfe durch Kim Walls Vater : Notfall im Gericht: Verhandlung um U-Boot-Mörder Madsen abgebrochen

U-Boot-Mörder Madsen will seine lebenslange Gefängnisstrafe nicht akzeptieren. Die Berufungsverhandlulng wurde nun aber unterbrochen. Foto: Hougaard Niels/Ritzau Foto/dpa
U-Boot-Mörder Madsen will seine lebenslange Gefängnisstrafe nicht akzeptieren. Die Berufungsverhandlulng wurde nun aber unterbrochen. Foto: Hougaard Niels/Ritzau Foto/dpa

Wegen eines Zwischenfalls wurde die Berufungsverhandlung um Peter Madsen unterbrochen.

svz.de von
14. September 2018, 11:53 Uhr

Kopenhagen | Der wegen Mordes in einem U-Boot verurteilte dänische Erfinder Peter Madsen muss weiter auf den Ausgang seiner Berufung warten. Kurz vor dem Urteil brach das Gericht die Verhandlung am Freitag ab, weil einer der Laienrichter zusammengebrochen war. Er sei außer Lebensgefahr und wieder bei Bewusstsein, sagte eine Gerichtssprecherin kurze Zeit später. Doch die Verhandlung könne nicht fortgesetzt werden. Einen neuen Termin konnte das Gericht zunächst nicht mitteilen.

Schuldspruch akzeptiert, Strafmaß nicht

Madsen hatte die schwedische Journalistin Kim Wall vor einem Jahr im Inneren seines selbstgebauten U-Bootes getötet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die 30-Jährige mit sexuellem Motiv brutal folterte und nach ihrem Tod zerstückelt über Bord warf.

Betina Hald Engmark, Verteidigerin von Peter Madsen, kommt zur Berufungsverhandlung des wegen Mordes in einem U-Boot verurteilten Dänen Peter Madsen. Foto: Tariq Mikkel Khan/Ritzau Scanpix/AP/dpa
Tariq Mikkel Khan
Betina Hald Engmark, Verteidigerin von Peter Madsen, kommt zur Berufungsverhandlung des wegen Mordes in einem U-Boot verurteilten Dänen Peter Madsen. Foto: Tariq Mikkel Khan/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Mit der Berufung will der 47-Jährige seine lebenslange Haft abmildern. Bei einem einzelnen Mord ist eine solch harte Strafe in Dänemark selten und wird nur bei besonders brutalen Hintergründen der Tat verhängt. Den Schuldspruch wegen Mordes dagegen akzeptierte Madsen, obwohl er die Tat selbst nie zugab.

Walls Vater leistet Erste Hilfe

Fünf Richter urteilen über den Fall: drei professionelle und zwei Laienrichter. Während des Plädoyers der Anklage sackte einer der Männer plötzlich bewusstlos auf seinem Stuhl zusammen. Madsen selbst sprang auf und schlug die Hände offensichtlich entsetzt vor dem Gesicht zusammen. Walls Vater leistete sofort Erste Hilfe.

Ob die dreitägige Berufungsverhandlung nach dem Abbruch komplett wiederholt werden muss, blieb zunächst unklar. Nur wenn alle fünf Richter am neuen Termin zur Verfügung stehen, könnte der letzte Verhandlungstag nachgeholt werden.

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