Antisemitismus sei "Terrorismus" : Politiker weltweit verurteilen Angriff auf feiernde Juden nahe New York

Unterstützer demonstrieren vor dem Haus des Rabbis in Monsey, New York.
Unterstützer demonstrieren vor dem Haus des Rabbis in Monsey, New York.

Ein Mann stürmt nahe New York in das Haus eines Rabbis und sticht auf Gäste ein. Politiker zeigen sich entsetzt.

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29. Dezember 2019, 09:46 Uhr

New York | Nach dem Messerangriff auf eine jüdische Chanukka-Feier mit mindestens fünf Verletzten nahe der Metropole New York haben Politiker weltweit ein entschiedeneres Vorgehen gegen Antisemitismus gefordert. "Wir müssen alle zusammenkommen, um die teuflische Geißel des Antisemitismus zu bekämpfen, zu konfrontieren und auszuradieren", schrieb US-Präsident Donald Trump am Sonntag auf Twitter.

US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete die Attacke als "widerlich". New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo plädierte dafür, den Vorfall als "innerstaatlichen Terrorismus" zu werten. Bill de Blasio, Bürgermeister der Metropole New York, kündigte bei einer Pressekonferenz am Sonntag zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen an – unter anderem mehr Sicherheitskameras und zusätzliche Polizeipräsenz.

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dpa/Allyse Pulliam


Die Attacke zeige, "dass die antisemitische Bedrohung mit ihrer tödlichen Dimension nicht mehr nur in Europa, sondern auch in Nordamerika von niemandem mehr bestritten werden kann", sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, der Deutschen Presse-Agentur. "Auf diese internationale Herausforderung sollte die Staatengemeinschaft nun mit ihren international vereinbarten Instrumenten reagieren."

Fünf Menschen mit Messer verletzt

Zu dem Angriff war es in der Nacht zum Sonntag im Haus eines Rabbis in der von orthodoxen Juden geprägten Ortschaft Monsey gekommen, etwa eine Autostunde nördlich von New York. Der Angreifer verletzte in kürzester Zeit mindestens fünf Menschen, flüchtete dann mit einem Auto und wurde kurz darauf von der Polizei gefasst. Nähere Informationen zu seiner Identität oder einem Motiv gaben die Ermittler zunächst nicht bekannt. Der Mann werde wegen versuchten Mordes in fünf Fällen und Einbruchs angeklagt, teilte die Polizei mit.


"Abscheuliche und feige Tat"

Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, zeigte sich entsetzt. In einer Erklärung nannte er den Vorfall auf Twitter eine "abscheuliche und feige Tat". Er weise die Einsatzgruppe Hasskriminalität der Polizei zu sofortigen Ermittlungen an. "Antisemitismus und Fanatismus jeglicher Art widersprechen unseren Werten von Inklusion und Vielfalt und wir haben absolut keine Toleranz für solche Hasstaten."


Die Justizministerin des US-Staats, Letitia James, zeigte sich "zutiefst verstört" und sicherte der jüdischen Gemeinschaft ihre Solidarität zu.


Auch Israels Präsident Reuven Rivlin sprach auf Twitter von einer "schrecklichen Attacke". "Antisemitismus ist nicht nur ein jüdisches Problem und sicher nicht nur das Problem des israelischen Staates. Wir müssen zusammenarbeiten, um dem wachsenden Bösen entgegenzutreten, das eine echte globale Bedrohung ist."


Unter den Politikern im In- und Ausland, die den Angriff verurteilten und mehr Einsatz gegen Antisemitismus forderten, war auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Der israelische Präsident Reuven Rivlin sprach auf Twitter von einer "schrecklichen Attacke". Das Wiesenthal-Zentrum forderte US-Präsident Trump zur Einrichtung einer FBI-Sondereinheit auf, um "den endlosen Attacken auf Juden und ihre religiösen Einrichtungen" Einhalt zu gebieten.

Antisemitisch motivierte Angriffe in New York

In der Millionenstadt New York waren erst kürzlich die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden, nachdem es dort rund ein halbes Dutzend antisemitisch motivierter Angriffe während der Chanukka-Feierlichkeiten gegeben hatte.

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Mit dem mehrtägigen Lichterfest gedenken Juden jedes Jahr der Neuweihe des Tempels in Jerusalem im Jahre 165 vor der christlichen Zeitrechnung. In New York lebt mit mehreren Hunderttausend Menschen eine der größten jüdischen Gemeinschaften der Welt. Ein Großteil der sogenannten Hassverbrechen in der Stadt wird Tätern mit antisemitischen Motiven zugeschrieben. Bei einer Attacke auf einen jüdischen Laden vor wenigen Wochen nahe New York waren neben den beiden Angreifern drei Zivilisten und ein Polizist getötet worden.

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