Selfie-Fragebogen : Spielt da George Clooney im ZDF-Film „Der Kommissar und die Wut“?!

Neil Malik Abdullah
Neil Malik Abdullah

Spielt George Clooney den Clan-Chef in „Der Kommissar und die Wut“?! Nein, das ist Neil Malik Abdullah! Der Fragebogen.

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05. Dezember 2020, 05:28 Uhr

Berlin | Interviews gehören zum Alltag von Prominenten und Journalisten. Die einen trauen sich nie, ihre besten Fragen zu stellen. Die anderen lavieren rum. Schluss damit! Im Selfie-Interview beantworten unsere Gesprächspartner Fragen, die ans Eingemachte gehen – und liefern das Beweisbild gleich mit.

Heute antwortet Neil Malik Abdullah. Im Krimi „Der Kommissar und die Wut“ spielt er einen libanesischen Clan-Chef. Das ZDF zeigt den neuen Fall am Montag, 7. Dezember, um 20.15 Uhr. In der Mediathek ist der „Fernsehfilm der Woche“ schon jetzt zu sehen.

Herr Abdullah, was im Haushalt nervt Sie am meisten?

Mich nervt Staub sehr. Deshalb sauge ich sehr oft Staub. Mein Staubsauger steht oft griffbereit im Flur. Staub und Krümel sind meine Feinde. Und ich wische unglaublich viel. Mich nervt es, wenn die Armaturen im Bad oder WC Wasserflecken haben. Ich glaube, das ist ein Tick! :)

Was ist die schlimmste Eigenschaft von Menschen Ihres Berufs?

Unehrlichkeit und Verschwiegenheit. Oft motzt der eine oder andere seinen Ärger mal in den nicht vorhandenen Bart. Meistens gehen sich die Leute, die miteinander nicht können einfach aus dem Weg. Das ist bei den Schauspielkollegen, zumindest vor der Kamera, schwierig. Ich mag es gerne alles ansprechen und zu besprechen. Und es ärgert mich sehr, wenn die „Leichen“ nicht auf den Tisch gelegt werden und jeder sich über den „Gestank“ wundert und in seiner Welt ärgert.

Was ist Ihr hässlichstes Kleidungsstück?

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Neil Malik Abdullah


Ein Pullover. Als ich mir den geholt habe, fand ich ihn sehr schick und ich glaube, ich habe ihn ausschließlich zu Hause zum Joggen und für Handwerkstätigkeiten angezogen. Es ist etwas von allem: das Aussehen, dann, dass er sehr ausgeleiert wirkt und eine „Kastenform“ hat. Seht selbst.

Wie sehen Sie nach dem Aufwachen aus?

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Welches Jahr war bislang ihr bestes, welches das schlimmste? Bitte begründen.

Bestes:

2002: Beginn mit der Schauspielschule und somit der Beginn für mich, meinen Traum zu leben. Das war auch der Beginn für meine Persönlichkeitsveränderung war. 2016: Die Geburt meines Kindes. Dieses stetig steigende Liebesgefühl war eine neue Erfahrung. Immer wieder gehört, von meinen Eltern erfahren, habe ich da angefangen, bedingungslose Liebe zu spüren. Ein unglaubliches Gefühl, was immer stärker wird und mich in meiner Schauspielerei auch sehr verändert hat.

Schlimmstes:

2019: Mein Vater starb. Ich hatte sogar noch bis nach seinem Tod nicht geglaubt, dass es passieren wird. Ich konnte es nicht begreifen und kann es rational immer noch nicht. Ein trauriges Jahr.

2020: Ich glaube vielen geht es so. Für mich ist es sehr erschreckend, was Angst mit Menschen alles machen kann und wozu Menschen aufgrund von Angst bereit sind. Ich rede von „normalen“ Bürgern. Keine Psychopathen oder Kriminelle. Ich habe selbst miterlebt, wie Menschen zu ihren Mitmenschen verbal und körperlich aggressiv wurden. Wie Mitmenschen denunziert haben und Freundschaften kurzerhand beendet wurden. Wieviel Macht eine Regierung in einer Demokratie und einem Rechtsstaat hat und wie langsam die Gerichte dann doch sind. Das war für mich ein sehr schlimmes Jahr.

Wie beliebt waren Sie in der Schule?

Bis zum Gymnasium war ich eher unscheinbar. Mich mochten die meisten. Vermutlich, weil ich sehr hilfsbereit war. Ob es Hausaufgaben oder die Vorbereitung auf Tests war, ich war eine gute Anlaufstelle. Ich kann mich noch erinnern, dass ich in der 9. Klasse sogar meinem Tischnachbarn seine Mathe-Klausur mitschrieb. Ich bekam dann eine 3 und er eine 2. Auf dem Gymnasium wurde ich dann im Abibuch zum „Hengst“ der Schule ausgezeichnet. Warum auch immer! :)

Was ist der unvernünftigste Luxus, den Sie sich leisten?

Ein großes Auto in einer Großstadt. Auch wenn es mich nicht viel mehr kostet als ein Mittelklassewagen, macht es keinen Sinn. Der muss weg!

Was ist das Letzte, das Sie wider besseres Wissen gemacht haben?

Ich habe in den Sozialen Netzwerken eine Diskussion angefangen. Ich weiß, dass gewisse Themen über reinen Schriftverkehr in Form von Posts und Kommentaren nichts bringen und zu Konflikten führen. Ich wusste, es führt zu nichts, und ich habe es gemacht! Danach habe ich alles wieder gelöscht.

Mit wem werden Sie am häufigsten verwechselt?

Das ist einfach. Das kommt sehr häufig von Menschen, die mich zum ersten Mal treffen: George Clooney. „Der arabische oder orientalische George Clooney“, „Wo ist mein Nespresso“... Es schmeichelt mir immer wieder. Gibt Schlimmeres! :)

Was sehen Sie, wenn Sie aus dem Fenster gucken?

Wenn ich es schaffe, was zu sehen, denn ich putze meine Fenster einfach zu selten, dann sehe ich Grünfläche. Einen Rieseninnenhof.

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Neil Malik Abdullah


Welches Idol Ihrer Jugend hat Sie später enttäuscht?

Als Jugendlicher hatte ich keine wirklichen Idole. Mein Kindheitsidol war David Hasselhoff und der hat mich dann in meiner Jugend oder im jungen Erwachsenenalter sehr enttäuscht. Ich weiß noch, als ich vor dem Fernseher saß und mir die Hitliste anschaute, und als es um Platz 1 der Charts ging, war ich sehr gespannt auf das Ergebnis. Mein Cousin wollte mir jegliche Hoffnung nehmen, dass es David Hasselhoff werden würde und Sekunden später wurde er eines Besseren belehrt und ich hatte innerlich so sehr gejubelt. Später wurde David Hasselhoff leider nur noch eine Lachnummer und sehr peinlich.

Wofür würden Sie auf keinen Fall Werbung machen?

Pharma, Tabak, aktuelle Regierung. Mein ganzes System würde sich dagegen sträuben. Ich hatte vor kurzem ein Angebot, für die CDU Werbung zu machen. Ich habe es, ohne zu wissen, wofür genau und wieviel Geld es gibt, abgelehnt. Und mein Gesicht für einen Industriezweig hinzuhalten, der mit kranken Menschen Geld macht und sie auch lieber krank hätte als gesund, kann ich aus ethischen Gründen nicht vertreten. Raucher war ich nie und werde ich auch nie sein. Und da ich weiß, dass die Tabakindustrie unser Gesundheitssystem jedes Jahr schwer belastet, macht es auch für mich sehr viel Sinn, eher dagegen zu werben als dafür.

Wie hat Geld oder seine Abwesenheit Ihr bisheriges Leben geprägt?

Ich wuchs mit fünf Geschwistern auf und mein Vater war Alleinverdiener. Wir hatten wenig Geld. Meine Eltern haben sich nie was gegönnt und wenn, dann nur, wenn wir Kinder davon profitierten. Meine Eltern waren sehr großzügig. Wenn ich mal einen Schilling wollte, bekam ich zwei. Gleichzeitig war uns allen klar, wir haben nicht viel. Milch wurde gestreckt. Es gab sehr oft Resteessen und wir haben sehr wenig übriggehabt. Bis zu meinem zwanzigsten Lebensjahr habe ich mir ein Zimmer mit zwei bis vier Geschwistern geteilt. Restaurants kannte ich gar nicht, usw. Heute bin ich relativ sparsam und kann mit Geld ganz gut umgehen. Ich überlege dreimal, ob ich mir was Teures anschaffe, und habe immer Reserven für schlechte Zeiten. Klamotten kaufe ich meistens im Sale und Outlet. Was Essen betrifft, gönn ich mir umso mehr. Das ist mir heute sehr wichtig: gutes Essen zu haben und alles essen zu können.

Welche Lüge gebrauchen Sie am häufigsten?

„Ich habe viel zu tun. Ich habe keine Zeit“ Zum Glück ist es oft so, dass ich viel am Arbeiten bin und so ist es auch oft die Wahrheit. Eben nicht immer.

Bei welchem Buch haben Sie mittendrin aufgegeben?

Aufgegeben möchte ich gar nicht sagen. Mehr wurde ich von anderen Büchern dann abgelenkt, so dass ich das eine zur Seite legte und auch nicht wieder aufhob. „Jetzt, die Kraft der Gegenwart“. Ich habe mir immer wieder vorgenommen, es zu lesen und immer wieder kam ein anderes dazwischen!

Wovor haben Sie heute Angst?

Fremdbestimmt zu sein. Durch Gesetze gezwungen zu werden, etwas zu tun, was mir und meinen Liebsten schaden könnte.

Was war Ihr schlimmster Fehlkauf?

Eine teure Soundbox. Ich habe mir im Vorwege sehr lange, fast ein ganzes Jahr, Gedanken gemacht welche Soundbox ich kaufen möchte und ob es die wirklich sein muss. Bis ich mich dann dazu entschloss, mein erstes wirklich selbstfinanziertes Elektrogerät anzuschaffen. Ich habe es weniger als zehnmal genutzt und es steht seit über 15 Jahren bei mir rum.

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Neil Malik Abdullah


Haben Sie schon mal etwas gestohlen? Wenn ja: Was?

Mit 18 hatte ich meine rebellische Zeit. Und meine Zeit der Mutproben. Ich kann mich erinnern, dass ich einmal einen Schokoriegel hab mitgehen lassen und einmal Proteinpulver. Als ich dann eine CD klauen wollte, sie dann wieder zurücklegte, wurde ich von den Sicherheitsleuten am Ausgang abgefangen. Die Polizei kam und ich sollte die CD rausrücken. Da ich sie nicht mehr hatte, wurde ich wieder gehen gelassen – und danach hab ich nichts mehr unbezahlt mitgehen lassen.

Was verstecken Sie oben im Regal, da wo Kinder nicht rankommen?

Süßes! :)

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Neil Malik Abdullah


Wie möchten Sie sterben?

Friedlich einschlafen. Alles erledigt und das Gefühl, nichts verpasst zu haben.

Was für ein Tier wollen Sie in Ihrem nächsten Leben werden?

Wieder ein Mensch. Wir sind die Gattung Tier, die wirklich imstande ist, etwas zu verändern. Vermutlich sind wir eines der dümmsten Tiere, auch wenn wir doch glauben das intelligenteste zu sein. Kognitiv sind wir es bestimmt. Emotional ganz bestimmt nicht. Ändert nichts daran, dass wir wirklich was verändern können, wenn wir es wollen. Für uns und auch für andere.

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