Schwer verletzt : Nach Wutanfall: Autistischer Junge in den USA von Polizisten mehrfach angeschossen

Polizisten in den USA haben einen autistischen Jungen angeschossen und schwer verletzt.
Polizisten in den USA haben einen autistischen Jungen angeschossen und schwer verletzt.

Durch Schüsse eines Polizisten ist ein autistisches Kind im US-Bundesstaat Utah schwer verletzt worden.

von
09. September 2020, 07:55 Uhr

Salt Lake City | Wie US-Medien berichteten, wurde der 13-jährige Linden Cameron von den Kugeln an der Schulter, dem Knöchel, im Darm und an der Harnblase verletzt. Nach Angaben seiner Mutter hatte der unter Trennungsängsten leidende Junge einen Wutanfall bekommen, als sie nach einjähriger Auszeit erstmals wieder zur Arbeit gehen musste. Sie habe daraufhin den Notruf angerufen.

Mutter ruft die Polizisten

Sie habe Hilfe gerufen, damit ihr Sohn ins Krankenhaus gebracht werde, sagte die in Salt Lake City lebende Mutter dem Lokalsender KUTV. Den dann eingetroffenen Polizisten habe sie gesagt, dass ihr Sohn unbewaffnet sei und mit seinem Wutanfall "nur Aufmerksamkeit zu bekommen versucht". Linden sei vor den Polizisten davon gelaufen, woraufhin einer von ihnen auf den Jungen geschossen habe.

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass der Polizist den Jungen durch Schüsse verletzt hatte. Es habe der Verdacht bestanden, dass der Junge "einigen Leuten Drohungen mit einer Waffe gemacht hat", sagte der Sprecher. Zugleich räumte er aber ein, dass an der Szene des Vorfalls keine Waffe gefunden worden sei.

Erinnerung an Tod von Daniel Prude

Der Fall erinnert an den Tod des Afroamerikaners Daniel Prude nach einem Polizeieinsatz in Rochester im US-Bundesstaat New York. Dem nackten und unbewaffneten Mann war von einem Polizisten der Kopf auf den Boden gedrückt worden. Der 41-Jährige verlor das Bewusstsein und starb eine Woche später im Krankenhaus. Auch Prude litt unter psychischen Problemen. Anders als Prude ist Linden Cameron jedoch weiß.

Demonstration nach dem Tod von Daniel Prude.
dpa/Adrian Kraus
Demonstration nach dem Tod von Daniel Prude.


Fälle von exzessiver Polizeigewalt haben in den vergangenen Monaten in den USA landesweite Demonstrationen und eine Debatte um die Einsatzmethoden der Polizei entfacht. In den Protesten geht es jedoch in erster Linie um Polizeigewalt gegen Afroamerikaner.

Lesen Sie auch:

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen