Nach Verhaftung auf Lampedusa : Jan Böhmermann sichert "Sea-Watch"-Kapitänin Hilfe zu

Jan Böhmermann sichert der 'Sea Watch'-Kapitänin Carola Rackete finanzielle Hilfe zu.
Jan Böhmermann sichert der "Sea Watch"-Kapitänin Carola Rackete finanzielle Hilfe zu.

Kapitänin Carola Rackete drohen mehrere Jahre Haft. Auch Comedian Klaas Heufer-Umlauf kündigt an, Spenden zu sammeln.

von
29. Juni 2019, 17:01 Uhr

Hamburg | Nachdem die "Sea Watch 3" am Samstag im Hafen der italienischen Insel Lampedusa angelegt hatte, wurde Kapitänin Carola Rackete festgenommen. Nach mehr als zwei Wochen auf offener See, hatte Rackete beschlossen, das Rettungsschiff mit 40 Migranten an Bord trotz fehlender Genehmigung in den Hafen zu steuern.

Lesen Sie zum Thema auch: Sea-Watch-Kapitänin auf Lampedusa festgenommen – "Schande für Europa"

Bereits am Freitag hatten die Comedians Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf über den Kurznachrichtendienst Twitter verlauten lassen, dass sie Rackete unterstützen würden, sollten die italienischen Behörden die Kapitänin strafrechtlich verfolgen. In der Nacht zu Sonntag veröffentlichten sie ein emotionales Video.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Bereits im vergangenen Jahr hatten Böhmermann und Heufer-Umlauf mehrere hunderttausend Euro gesammelt. Ein Rettungsschiff der Dresdner Organisation Mission Lifeline hatte damals nach tagelangem Ringen in Malta anlegen dürfen. Der Kapitän des Schiffs wurde später zu 10.000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er das Schiff "ohne ordnungsgemäße Registrierung gesteuert habe". Böhmermann schrieb damals: "Lasst uns gemeinsam für die beste Verteidigung zusammenschmeißen, die man sich für Geld kaufen kann."

Heiko Maas: "Seenotrettung darf nicht kriminalisiert werden."

Angesichts der Verhaftung von Rackete meldete sich derweil auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf Twitter zu Wort: "Seenotrettung darf nicht kriminalisiert werden. Es ist an der italienischen Justiz, die Vorwürfe schnell zu klären." Menschenleben zu retten, sei eine humanitäre Verpflichtung.

Für Innenminister Salvini ist die Aktion der Beweis, dass es sich bei den Seenotrettern um "Kriminelle" handelt. "Sie haben die Maske abgelegt: Das sind Verbrecher", sagte Salvini - und ging so weit, den Seenotrettern vorzuwerfen, den Tod der italienischen Ordnungskräfte riskiert zu haben. "Es ist schön, dass sie sagen, wir retten Leben, (dabei) haben sie fast Menschen getötet, die ihre Arbeit gemacht haben."

"Es war der verzweifelte letzte Versuch, die Sicherheit der Menschen sicherzustellen", begründete Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer die Entscheidung der Kapitänin, den Hafen anzufahren, obwohl sich eine Lösung für die Migranten anbahnte: Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten sich bereiterklärt, die Schutzsuchenden aufzunehmen. Bei der Finanzpolizei soll sich Rackete bereits entschuldigt haben. "Meine Absicht war, meine Mission zu erfüllen, natürlich nicht, euch zu rammen", sagte sie laut Nachrichtenagentur Adnkronos.

Mit Material von dpa

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen