Nach Messerattacke auf Polizeistation : Staatsanwalt: Angreifer von Paris war Anhänger eines radikalen Islam

Nach der Messerattacke in Paris bleiben noch viele Fragen offen. Foto: Jair Cabrera Torres/dpa
Nach der Messerattacke in Paris bleiben noch viele Fragen offen. Foto: Jair Cabrera Torres/dpa

Nach der Attacke auf ein Polizei-Revier in Paris mit fünf Toten gehen die Ermittlungen weiter.

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05. Oktober 2019, 13:15 Uhr

Paris | Nach der tödlichen Messerattacke im Pariser Polizeihauptquartier hat der Staatsanwalt den Angreifer als "radikalen Anhänger des Islams" bezeichnet. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Der Tatverdächtige hat den Ermittlern zufolge mit mutmaßlichen Salafisten Kontakt gehabt. Der 45-Jährige sei vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert, sagte Chefermittler Jean-François Ricard am Samstag bei einer Pressekonferenz in Paris.

Der Mann habe vor der Tat außerdem per Mobiltelefon ausschließlich religiöse Nachrichten mit seiner Ehefrau ausgetauscht. Diese sei den Ermittlern nicht als terrorverdächtig bekannt. Der Angreifer habe auch wegen seines Glaubens seine Kleidungsgewohnheiten umgestellt, den Kontakt zu Frauen geändert und gegenüber einem Kollegen Zustimmung zu dem islamistischen Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015 geäußert.

Unmittelbar vor der Tat habe er zwei Messer gekauft, eines aus Metall und eines aus Keramik. Seine Bluttat habe nur wenige Minuten gedauert, bis er von einem Polizisten erschossen worden sei. Der Angreifer war nach Angaben des Chefermittlers mit extremer Gewalt vorgegangen – das habe auch die Obduktion der Opfer gezeigt.

Ehefrau bleibt in Gewahrsam

Die Ehefrau des Mannes blieb am Samstag weiterhin in Gewahrsam, wie Justizkreise bestätigten. Die Frau war nach der Tat in der französischen Hauptstadt am Donnerstag festgenommen worden. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft hatten am Freitag die Ermittlungen übernommen.

Diese Entscheidung sei auf Basis der bisherigen Erkenntnisse getroffen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es werde sowohl wegen Mordes und versuchten Mordes als auch wegen Terror-Verdachts ermittelt. Der Sender BFMTV berichtete, dass die Nutzung des Mobiltelefons des Angreifers zu den Anti-Terror-Ermittlungen geführt hätten.

Vier Kollegen getötet

Der 45-Jährige Mitarbeiter des Polizeihauptquartiers im Herzen von Paris hatte am Donnerstag vier seiner Kollegen mit einem Messer getötet. Bei den Opfern handelt es um drei Männer und eine Frau. Der Angreifer wurde erschossen. Berichten zufolge war der Angreifer im Jahr 2017 zum Islam konvertiert. Die Messer-Attacke hatte in Frankreich Entsetzen und Trauer ausgelöst.

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