Einsatz in Düsseldorf : Nach Freibad-Randale: Polizei weist 50 selbsternannte "Aufpasser" ab

Im Düsseldorfer Rheinbad hat es wiederholt Randale gegeben. Nun musste die Polizei wieder anrücken.
Im Düsseldorfer Rheinbad hat es wiederholt Randale gegeben. Nun musste die Polizei wieder anrücken.

Die Düsseldorfer Polizei hat am Sonntag eine Art Bürgerwehr davon abhalten müssen, ins Rheinbad zu gelangen.

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04. August 2019, 17:54 Uhr

Düsseldorf | Wieder ein Polizeieinsatz am Düsseldorfer Rheinbad, aber diesmal ist eine Gruppe selbsternannter "Aufpasser" der Anlass gewesen. Eine Gruppe von etwa 50 Erwachsenen sei am Sonntagnachmittag nicht in das Bad hereingelassen worden und habe darüber ihren Unmut geäußert, teilte die Polizei mit. Mit zehn Streifenwagen seien Beamte vor Ort gewesen und hätten die Personalien von 36 Personen aufgenommen.

"Die Leute gaben an, im Rheinbad aufpassen zu wollen, damit alles ruhig bleibt", sagte der Polizeisprecher. Zu Straftaten ist es durch die Gruppe vor dem Rheinbad laut Polizei am Sonntag nicht gekommen. Das Ordnungsamt habe die Polizei gerufen.

Mahnwache für getöteten Achtjährigen

Der Sprecher bestätigte Informationen der "Bild"-Zeitung, dass die Personen weitgehend identisch seien mit denen einer "rechtsgerichteten Mahnwache", die bereits am Samstag vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof abgehalten worden sei. Die Kundgebung war nach Angaben der Polizei zum Thema Tod des achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof angemeldet gewesen.

An der Mahnwache hätten sich am Samstag rund 50 Personen beteiligt. An einer spontanen Gegendemo hätten ebenfalls etwa 50 Leute teilgenommen. Auch der "Express" hat über den Polizeieinsatz am Sonntag vor dem Rheinbad nach einer Mahnwache von Samstag online berichtet.

Schwimmbad wegen Tumulten mehrfach geräumt

Das Rheinbad war Ende Juli nach Tumulten geräumt worden - zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen. Erste Angaben der Polizei, wonach einige Dutzend junger Männer mit "augenscheinlich nordafrikanischem Typus" hauptverantwortlich für die Störungen gewesen sein sollen, konnten nicht verifiziert werden. Das Freibad hatte bereits im Juni Videokameras installiert und infolge neuerlicher Ärgernisse weitere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehören eine Ausweiskontrolle, Armbändchen für Badegäste und der mögliche Einsatz des Ordnungsamts.

Die Stadt engagierte einen Sicherheitsdienst, der zu Stoßzeiten die Badegäste schützen soll. Foto: dpa/David Young
Die Stadt engagierte einen Sicherheitsdienst, der zu Stoßzeiten die Badegäste schützen soll. Foto: dpa/David Young


Eine Sprecherin der Bäderbetriebe hatte am Freitag erklärt, dass sich die Einführung von Ausweiskontrollen im Rheinbad eingespielt habe. "Die Gäste sind aufgeschlossen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Auch die bereits seit mehr als einer Woche laufende Videoüberwachung sowie die Anwesenheit von Security-Kräften und das Verteilen von Armbändern an alle Badegäste hätten bisher keine größere Kritik hervorgerufen. Security sollte auf dem Gelände am Wochenende weiter anwesend sein. Vor den Türen des Freibads seien auch Mitarbeiter des Ordnungsamts im Einsatz, hatte sie angekündigt.

Weiterlesen: Braucht es in deutschen Freibädern eine Schwimmbadpolizei?

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