Haftstrafen für Touristen möglich : Empörung über Pornodreh in Tempelanlage in Myanmar

Die alte Königsstadt Bagan in Myanmar ist ein beliebtes Touristenziel.
Die alte Königsstadt Bagan in Myanmar ist ein beliebtes Touristenziel.

Ein Urlauberpärchen filmte sich beim Sex an einer heiligen Stätte und flog auf, als es den Porno ins Internet stellte.

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17. Februar 2020, 14:47 Uhr

Bagan | Ein Touristenpaar hat in einer Tempelanlage in Myanmar ein Sex-Video gedreht und damit Ärger bei den Behörden ausgelöst. Das Archäologie-Ministerium meldete den Fall bei der Polizei. Auf Religionsbeleidigung stehen demnach bis zu zwei Jahre Haft, wie der Behördenvertreter von Bagan, Aung Aung Kyaw, mitteilte.

In dem zwölfminütigen Film war das Paar in der historischen Königsstadt Bagan beim Geschlechtsverkehr zu sehen. Die nach eigenen Angaben aus Italien stammenden Urlauber hatten das Video selbst auf der Porno-Plattform "PornHub" veröffentlicht, am Montag war es dort entfernt. Wo das Paar jetzt ist, war nicht bekannt.

Scharfe Kritik für Pornodreh im Unesco-Welterbe

Online gestellt wurde das Video von Nutzern mit dem Namen "YeeesYeesYees", die sich selbst als 23-jähriges italienisches Pärchen mit Piercings und Tattoos beschreiben. Bis Donnerstag wurde das Video rund eine Viertelmillion Mal angeschaut. Es erntete doppelt so viele Missbilligungsbekundungen wie Likes. "Unsere Pagoden von Bagan sind für uns das Heilige Land", beschrieb ein Facebook-Nutzer die Bedeutung der religiösen Stätte.

Der Leiter des Reiseveranstalters New Fantastic Asia, Tun Tun Naing, kritisierte "nachlässige" Sicherheitsvorkehrungen in Bagan. Der Vorsitzende des Reiseverbands in Mandalay, Myo Yee, erklärte, der Fall sei eine weitere schlechte Nachricht für die Tourismusindustrie des Landes, die ohnehin schon unter der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China leide.

Das Welterbekomitee der Unesco hatte Bagan mit seinen mehr als 2000 Tempeln im vergangenen Jahr zum Welterbe erklärt. Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar gelten strenge Gesetze gegen Religionsbeleidigung.

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