Fund von Kinderpornografie : „War einfach neugierig“: Polizist gesteht mehrfachen Missbrauch an Jungen

Ein 60-jähriger Polizist gestand den mehrfachen sexuellen Missbrauch an Minderjährigen.
Ein 60-jähriger Polizist gestand den mehrfachen sexuellen Missbrauch an Minderjährigen.

Er begründete seine Taten mit der Neugier eines Kindes, das "an Weihnachten durchs Schlüsselloch" schauen würde.

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15. Juni 2020, 17:34 Uhr

München | Ein Polizist hat am Montag vor dem Landgericht München II dutzendfachen sexuellen Missbrauch an mehreren Jungen gestanden. "Unser Mandant räumt den sexuellen Missbrauch an allen Geschädigten vollumfänglich ein", hieß es in einer Erklärung, die sein Anwalt vor Gericht verlas. Er werde die Verantwortung dafür übernehmen – "auch wenn er die Taten nicht ungeschehen machen kann".

Begründung mit Neugier

Der 60 Jahre alte Polizeibeamte, der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr war, begründete sein Verhalten mit Neugier. "Ich war einfach neugierig, ich kann's nicht erklären", sagte er nach der Verlesung der Erklärung. Er verglich sein Verhalten mit dem eines Kindes, das "an Weihnachten durchs Schlüsselloch" schaut, schob aber gleich hinterher, dass das "ein blödes Beispiel" war.

Missbrauch auf Segelboot

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich vor allem bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr an Jungen, von denen einige unter 14 Jahren alt und damit noch Kinder waren, vergangen zu haben - unter anderem auf einem Segelboot auf dem Starnberger See. Außerdem fanden die Ermittler Kinderpornografie bei dem Mann.

Das umfassende Geständnis ist Teil eines Deals. Alle Prozessbeteiligten einigten sich auf einen Strafrahmen zwischen vier Jahren und drei Monaten und fünf Jahren und drei Monaten. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am Freitag fallen.

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