Festnahme vor McDonald's : Mordfall in Göttingen: Verdächtiger gefasst – Zweites Opfer gestorben

Blick auf die Reitstallstraße, Ecke Weender Straße. In dem Bereich wurde laut einer Polizeisprecherin am Vorabend der 52-jährige Verdächtige festgenommen.
Blick auf die Reitstallstraße, Ecke Weender Straße. In dem Bereich wurde laut einer Polizeisprecherin am Vorabend der 52-jährige Verdächtige festgenommen.

Der Mann soll am Donnerstag eine 44-jährige Bekannte auf der Straße erstochen und angezündet haben.

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27. September 2019, 14:11 Uhr

Göttingen/Elze | Nach etwa 34 Stunden auf der Flucht ist ein mutmaßlicher Frauenmörder in Göttingen gefasst worden. Der 52 Jahre alte Mann wurde am Freitagabend vor einem Schnellrestaurant gefasst, wie die Polizei mitteilte. Ein Zeuge hatte den Tatverdächtigen gegen 22.50 Uhr erkannt und die Beamten alarmiert. Polizisten überwältigten den Mann und nahmen ihn fest. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Der gesuchte Mann ist dringend tatverdächtig, am Donnerstag gegen 13 Uhr in Göttingen eine 44-jährige Bekannte auf der Straße getötet zu haben. Eine Frau, die dem Opfer zur Hilfe kam, wurde lebensgefährlich verletzt. Sie starb schließlich an ihren Verletzungen, sagte der Göttinger Polizeichef Thomas Rath am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Großfahndung nach flüchtigem Gewaltverbrecher

Wie die Polizei bei einer Pressekonferenz am Samstag außerdem mitteilte, suchte der Verdächtige in Hannover einen Anwalt auf. Er habe dort um rechtlichen Beistand gebeten. Der Rechtsanwalt habe dies abgelehnt und die Polizei informiert. Daraufhin sei der mutmaßliche Täter wieder abgetaucht. Vermutlich sei er dann mit einem Zug zurück nach Göttingen gefahren, wo er am Freitagabend gefasst wurde.

Die Fahndung nach ihm hielt am Freitag die Region zwischen Göttingen und Hannover in Atem. Die Polizei war an mehreren Orten im Einsatz. Auch Hunde und Hubschrauber wurden eingesetzt. Die Polizei suchte öffentlich mit zwei Fotos nach dem mutmaßlichen Täter, der in der Vergangenheit wegen mehrerer Gewaltdelikte verurteilt worden war.


Mit Notfallhammer Zugscheibe eingeschlagen und getürmt

Frühmorgens am Freitag wollten ihn Zeugen in einem Nahverkehrszug Richtung Hannover erkannt haben, der deshalb in Elze bei Hildesheim gestoppt wurde. "Es gab einen Hinweis vom Personal des Zuges auf den Gesuchten", sagte eine Sprecherin der zuständigen Polizeiinspektion Göttingen. "Als die Beamten eintrafen, flüchtete die Person aus dem Zug." Dabei soll der eingeschlossene Mann mit einem Notfallhammer die Scheibe eingeschlagen haben und zu Fuß entkommen sein.

Das Fenster des Zuges, aus dem der mutmaßliche Mörder von Göttingen geflüchtet sein soll. Foto: dpa/Marie Nehrenberg-Leppin
Das Fenster des Zuges, aus dem der mutmaßliche Mörder von Göttingen geflüchtet sein soll. Foto: dpa/Marie Nehrenberg-Leppin


Mordverdächtiger polizeibekannt

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung hatte der Mann das Opfer am Donnerstagmittag in Göttingen nach einem Streit auf der Straße zunächst niedergestochen. Danach soll er mit einem Feuerlöscher auf die Frau eingeschlagen, sie mit Benzin übergossen und angezündet haben. Die Polizei wollte zu diesen Details aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.

Laut "Bild"-Zeitung war der Mann bereits wegen häuslicher Gewalt aufgefallen. "Er ist wegen verschiedener Delikte polizeibekannt, darunter auch Bedrohung und Nötigung", sagte die Sprecherin dazu. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen bestätigte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", dass der mutmaßliche Mörder schon mehrfach verurteilt wurde.

Vom Tatort war der 52-Jährige zunächst auf einem Fahrrad mit Packtaschen geflohen. Schon am Donnerstagabend hatte die Polizei den Göttinger Bahnhof sperren lassen. Mehrere Fernzüge wurden umgeleitet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung haben wir über Details zu den Verurteilungen des Verdächtigen berichtet. Da die Schuldsprüche mehrere Jahre zurückliegen, verzichten wir mit Blick auf seine Persönlichkeitsrechte vorerst darauf, Einzelheiten zu nennen, da sie womöglich nicht mit dem aktuellen Fall zusammenhängen.

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