In Stade gefasst : Mord an bulgarischer Journalistin: Tatverdächtiger offenbar geständig

Die bulgarische TV-Moderatorin Wiktorija Marinowa. Foto: -/TVN/dpa
Die bulgarische TV-Moderatorin Wiktorija Marinowa. Foto: -/TVN/dpa

Der Verdächtige im Mordfall Marinowa hat offenbar gegenüber seiner Mutter die Tat zugegeben. Er stand wohl unter Drogen.

svz.de von
12. Oktober 2018, 09:16 Uhr

Stade/Russe | Der nach dem Mord an der bulgarischen TV-Journalistin Viktoria Marinowa in Stade festgenommene Tatverdächtige hat offenbar gegenüber seiner Mutter ein Geständnis abgelegt. Das berichtet der "Norddeutsche Rundfunk". Demnach habe der 20-Jährige zugegeben, "dass er es getan hat, als er betrunken war und stark unter Drogen stand", sagte Nadeschda Krassimirowa dem bulgarischen TV-Sender Nova am Donnerstag. Das Gespräch sei am Dienstag in Deutschland geführt worden.

Bei einer Anhörung vor dem Amtsgericht Stade hatte der Bulgare eingeräumt mit dem Opfer in einen verbalen Streit geraten zu sein. Er habe unter starkem Einfluss von Alkohol und Drogen gestanden und der Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen, worauf diese hingefallen sei. Er habe sie danach hochgehoben und in einen Busch geworfen, sei dann aber weitergegangen. Er habe das Opfer nicht töten wollen und bestritt, sie vergewaltigt zu haben.

Auf Grundlage seiner Aussagen könne ein politischer Hintergrund für die Tat nicht angenommen werden, erklärte die Staatsanwaltschaft.Das Oberlandesgericht Celle hatte am Donnerstag eine Auslieferungshaft für den tatverdächtigen Bulgaren angeordnet. Er werde in den kommenden zehn Tagen von Deutschland an sein Heimatland ausgeliefert. Mit der Auslieferung könne somit in Kürze gerechnet werden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Celle am Freitag mit.

Der 20-Jährige wurde am Mittwoch in Stade gefasst. Er soll die 30-jährige Moderatorin im bulgarischen Russe vergewaltigt, beraubt und ermordet haben. Die dortigen Behörden gehen nicht von einem Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und dem Beruf der Journalistin aus.

In Bulgarien muss der 20-Jährige vermutlich mit einer Anklage wegen Vergewaltigung und Mordes rechnen. Die bulgarischen Ermittler haben aus ihrer Sicht überzeugendes Beweismaterial: DNA-Proben. Genmaterial des Mannes sei am Körper der Toten entdeckt worden. Auch seien persönliche Sachen der Ermordeten in der Wohnung des Verdächtigen in Russe entdeckt worden.

Mit Material von dpa

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