Neue Durchsuchung auf Campingplatz : Missbrauchsfall Lügde: Weiterer Verdächtiger identifiziert

Bisher konzentrierten sich die Ermittlungen auf dem Campingplatz in Lügde nur auf eine Parzelle.
Bisher konzentrierten sich die Ermittlungen auf dem Campingplatz in Lügde nur auf eine Parzelle.

Während der Strafprozess weiterläuft, durchsuchen Ermittler auf dem Campingplatz in Lügde eine zweite Parzelle.

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04. Juli 2019, 12:50 Uhr

Lügde | Bei der Durchsuchung der Campingplatz-Parzelle eines neuen Verdächtigen im Missbrauchsfall von Lügde hat die Polizei am Donnerstag Gegenstände sichergestellt. Ermittler in weißen Schutzanzügen fotografierten auf der Parzelle und trugen in Kisten Gegenstände von dem Gelände, wie ein dpa-Reporter berichtete. Journalisten durften den Campingplatz nicht betreten. Von außen war auf der Parzelle eine Art Holzbaracke mit mehreren Anbauten zu sehen.

Die Ermittler hatten am Vormittag mitgeteilt, dass ein 57-Jähriger aus Steinheim bei Höxter als weiterer Verdächtiger in dem Verfahren geführt wird. Der neue Verdächtige ist jedoch auf freiem Fuß. Dies teilte die Polizei Bielefeld am Donnerstag auf Anfrage mit. "Er wurde weder vorläufig festgenommen, noch wurde ein Haftbefehl gegen ihn beantragt", hieß es.

Die am Mittwoch durchsuchte weitere Parzelle auf dem Campingplatz stand bisher nicht im Mittelpunkt der Ermittlungen. Einen entsprechenden Bericht des "Westfalen-Blattes" bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der Polizei Bielefeld. Weitere Angaben machte der Sprecher nicht.

Auf dem Platz steht ein älterer Wohnwagen. Laut der Zeitung wurde er mit Flatterband abgesperrt und über Nacht bewacht. Möglicherweise gebe es in dem Missbrauchsfall Hinweise auf einen weiteren Tatort oder einen weiteren Verdächtigen, vermutet die Zeitung. Die Durchsuchung wurde am Donnerstag fortgesetzt. Dabei werde nach Beweismitteln gesucht.

Geständnis von Hauptangeklagten

Im Strafprozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf dem Campingplatz sollten am Donnerstag vor dem Landgericht Detmold (9 Uhr) weitere Opfer und Angehörige vernommen werden. (Weiterlesen: Lügde-Prozess gestartet: Beide Hauptangeklagten geständig)

Zum Auftakt in der vergangenen Woche hatten alle Angeklagten Geständnisse abgelegt. Vor Gericht stehen noch zwei Angeklagte, ein 56-Jähriger aus Lügde und ein 34-Jähriger aus Steinheim. Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten, einen 49-Jährigen aus dem niedersächsischen Stade, war am zweiten Verhandlungstag abgetrennt worden. Es wird am 17. Juli fortgesetzt.

Die Deutschen aus Lügde und Steinheim sollen ihre Opfer auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen auch wiederholt vergewaltigt haben. Der 49-Jährige aus Stade soll an Webcam-Übertragungen teilgenommen haben und teilweise zu den Gewalttaten angestiftet haben. Bei den Ermittlungen waren mehr als 40 Opfer identifiziert worden. Angeklagt wurden die Gewalttaten gegen 34 minderjährige Opfer.

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