Abriss ohne Spurensicherung : Missbrauchsfall Lügde: Erneut weitere Datenträger gefunden

Mehrfach wurden auf der Parzelle in Lügde weitere Datenträger gefunden worden, nachdem die Polizei die Spurensicherung bereits abgeschlossen hatte.
Mehrfach wurden auf der Parzelle in Lügde weitere Datenträger gefunden worden, nachdem die Polizei die Spurensicherung bereits abgeschlossen hatte.

Erneut wurden bei den Abrissarbeiten am mutmaßlichen Tatort des Missbrauchsfalls von Lügde Datenträger gefunden.

svz.de von
16. April 2019, 15:01 Uhr

Düsseldorf/Lügde | Bei Abrissarbeiten am mutmaßlichen Tatort des Missbrauchsfalls von Lügde sind erneut Datenträger gefunden worden. Insgesamt handele es sich um elf Videokassetten, eine CD und eine Mini-CD, über deren Fund der Abrissunternehmer die Polizei am Montag informiert habe, teilte die Polizei am Montagabend mit. Zuvor hatten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichtet. Nach einer ersten Durchsicht enthielten die Datenträger "keine strafrechtlich relevanten Inhalte, sondern Unterhaltungssendungen", teilte die Polizei mit.

Woher stammen die Datenträger?

Die Herkunft war zunächst unklar. Ob Unbekannte die Datenträger in dem Container abgelegt hätten, sei Gegenstand von Ermittlungen. Dass die Datenträger aus der Behausung des hauptverdächtigen Dauercampers stammten, schlossen die Ermittler aus. Die Datenträger seien "oben auf in einem Container aufgefunden worden, in dem Abrissschutt von der Parzelle des Hauptbeschuldigten zur Entsorgung abgeladen worden war", hieß es. Zudem informierte die Polizei über einen Geräteschuppen "wenige Meter von der bekannten Parzelle des Hauptbeschuldigten entfernt", der bislang „nicht Gegenstand polizeilicher Ermittlungen" gewesen sei. Es hätten keine Erkenntnisse vorgelegen, "dass dieser Schuppen dem Hauptbeschuldigten zuzuordnen ist."

Erst vor wenigen Tagen hatten Arbeiter in einem Hohlraum im Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten 56-jährigen Dauercampers eine CD und zwei Disketten gefunden, die von der Ermittlern zuvor nicht entdeckt worden waren.

Polizeigewerkschaft übt Kritik

Die mehrfachen Funde von Datenträgern bei den Abrissarbeiten werfen Fragen auf. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) NRW, Michael Mertens, will wissen, warum der Abriss der Parzelle des Hauptverdächtigen nicht von der Polizei begleitet worden sei. "Die Frage muss man klären", sagte Mertens am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die normalen polizeilichen Mittel zur Durchsuchung seien aber ausgeschöpft gewesen – insbesondere nach dem Einsatz eines Datenträger-Spürhundes, sagte der Gewerkschafter mit Blick auf die Freigabe des mutmaßlichen Tatorts durch die Ermittler. "Alles Andere wäre überzogen gewesen." Es habe keine weiteren gesicherten Erkenntnisse gegeben, dass noch Beweismaterial "tief versteckt" gewesen sein könnte. Insofern könne er die Entscheidungen der Behörden vor Ort nachvollziehen, sagte Mertens.

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