Auch in Deutschland : UN-Zahlen: Mindestens 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit eingesperrt

Weltweit sitzen laut UN Kinder und Jugendliche im Gefängnis.
Weltweit sitzen laut UN Kinder und Jugendliche im Gefängnis.

Laut statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland ebenfalls minderjährige Strafgefangene.

von
20. Oktober 2019, 13:48 Uhr

Berlin | Mindestens 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche sind UN-Zahlen zufolge mit behördlicher Zustimmung eingesperrt. Rund 410.000 Menschen unter 18 Jahren sitzen im Gefängnis, heißt es in einem kürzlich vorgestellten Bericht, den die Vereinten Nationen (UN) bei Experten in Auftrag gegeben hatten. In vielen Hafteinrichtungen komme es häufig zu Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung. Zudem mangele es unter anderem an Sonnenlicht, Privatsphäre, angemessener Gesundheitsversorgung und Bildungsmöglichkeiten. Die Experten betonen in ihrem Bericht, dass ihre Zahlen sehr konservativ geschätzt seien.

Nachteile bei Entwicklung

"Der Schaden für die Kinder ist gewaltig. In der feindseligen Atmosphäre eines Gefängnisses schaltet ihr Gehirn auf Überleben um. Alles andere wird blockiert, sowohl die körperliche, die intellektuelle, als auch die emotionale Entwicklung", sagte Teresa Ngigi, Psychologin bei den SOS-Kinderdörfern, laut einer Mitteilung von Sonntag.

"Wie militärische Anstalten"

In Deutschland gab es im Frühjahr 2017 laut Statistischem Bundesamt rund 440 Strafgefangene unter 18 Jahren. Dem UN-Bericht zufolge sind weltweit 330.000 junge Menschen im Zusammenhang mit Migration in Haft, 430.000 bis 680 000 Kinder und Jugendliche sind in Heimen oder ähnlichen Einrichtungen eingesperrt. "Viele dieser Heime funktionieren wie militärische Anstalten, in denen die Kinder wie Soldaten gedrillt werden. Da geht es nicht mehr um Disziplin, sondern um Bestrafung. Es gibt keine Richtlinien, keine Kontrollen, die Kinder bekommen keine Liebe, haben keinerlei Mitspracherecht", sagte Ngigi.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen