Möglicher Fluchtversuch : Maltesischer Geschäftsmann nach Mord an Journalistin Galizia festgenommen

Bild der getöteten Journalistin Daphne Caruana Galizia bei einer Gedenkfeier.
Bild der getöteten Journalistin Daphne Caruana Galizia bei einer Gedenkfeier.

Die Polizei erwischte ihn im Morgengrauen auf seiner Yacht – der Geschäftsmann wollte Malta anscheinend verlassen.

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20. November 2019, 11:03 Uhr

Valletta | In Malta ist ein prominenter Geschäftsmann im Zusammenhang mit der Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia vor zwei Jahren festgenommen worden. Er sei am Mittwochmorgen gefasst worden, als er mit seiner Luxusjacht die Insel verlassen wollte, meldete die "Times of Malta". Die Festnahme wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen bestätigt. Videos zeigten, wie Sicherheitskräfte die Yacht durchsuchten.

Maltas Regierungschef Joseph Muscat hatte am Vortag einem mutmaßlichen Mittelsmann überraschend eine Begnadigung angeboten, falls dieser gesicherte Informationen zum Drahtzieher des Mordes an der Enthüllungsjournalistin liefert. Der Regierungschef machte das Angebot, nachdem die maltesische Polizei und Interpol vergangene Woche einen Mann festgenommen hatten, der angab, zu wissen, wer den tödlichen Autobombenanschlag auf die Journalistin am 16. Oktober 2017 angeordnet hatte.

Bereits drei Männer in Haft

Die 53-jährige Caruana Galizia hatte als Journalistin regelmäßig über Korruption, Geldwäsche, Vetternwirtschaft und dubiose Geschäfte wie Ölschmuggel in Malta berichtet. In manche der Skandale waren auch Mitglieder der Regierung verwickelt, Vorwürfe gab es auch gegen den Regierungschef selbst und seine Familie. Caruana Galizias Ermordung hatte EU-weit Erschütterung ausgelöst.

Drei Männer, die den Anschlag auf die Journalistin ausgeführt haben sollen, sitzen wegen des Mordes in Haft, jedoch war bislang immer unklar, wer den Mord in Auftrag gegeben hatte.

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