Ermittlungen der Justiz : Bayer: Todesfall wegen Iberogast-Nebenwirkungen?

Die Nebenwirkungen des Magen-Medikaments Iberogast stehen im Fokus der Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft.
Die Nebenwirkungen des Magen-Medikaments Iberogast stehen im Fokus der Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft.

2018 starb eine Frau in Deutschland an Leberversagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Pharmakonzern Bayer.

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21. Juli 2019, 18:54 Uhr

Köln | Dies berichtet das Handelsblatt am Sonntag. Die Staatsanwaltschaft Köln habe jetzt Ermittlungen gegen den Konzern Bayer aufgenommen, nachdem im Jahr 2018 eine Frau nach der Einnahme des Magen-Medikaments Iberogast gestorben war.

Im Raum stehen fahrlässige Tötung und Körperverletzung

Im Raum stünden offenbar eine mögliche fahrlässige Tötung und Körperverletzung, heißt es in dem Bericht. Ferner habe die Staatsanwaltschaft ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Kausalität von Mitteleinnahme und Tod zu klären. Das Verfahren soll sich noch gegen unbekannt richten. Bei Bayer hieß es auf Nachfrage des Handelsblattes, man wisse nichts von einem Ermittlungsverfahren.

Nachdem die Frau im Juli des vergangenen Jahres wegen Leberversagen und inneren Blutungen gestorben war, musste der Pharmarkonzern die Nebenwirkungen des rezeptfreien Medikaments im Beipackzettel anpassen und auch vor sehr seltenen, aber schwerwiegenden Leberschäden warnen. Verursacht werden die Schäden von dem in Iberogast enthaltenen Schöllkraut.

Zehnjähriger Streit um Angabe von Nebenwirkungen

Dieser Umsetzung war ein zehnjähriger Disput vorausgegangen. Schon 2008 hatten dem BfArM rund 50 Fallberichte aus Deutschland vorgelegen, bei denen ein Zusammenhang zwischen Leberschäden und Schöllkraut in konsumierten Präparaten vermutet wurde. Die Behörde forderte in der Folge Hersteller von Produkten mit mindestens 2,5 Mikrogramm Schöllkraut pro Tagesdosis auf, ihre Beipackzettel um entsprechende Hinweise zu ergänzen.

Der Iberogast-Hersteller, zu jener Zeit noch Steigerwald, legte jedoch Widerspruch ein. Inzwischen ist Bayer der Produzent des Mittels – auch dieses Unternehmen hatte eine Ergänzung des Beipackzettels lange verweigert.

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