Schlamperei der Behörden? : Missbrauchsfall Lügde: Abrissunternehmen findet weitere Datenträger auf Parzelle

Mitarbeiter eines Abrissunternehmens haben weitere Datenträger im Missbrauchsfall Lügde gefunden.
Mitarbeiter eines Abrissunternehmens haben weitere Datenträger im Missbrauchsfall Lügde gefunden.

Das Abrissunternehmen, das den Wohnwagen des Hauptverdächtigen in Lügde abreißt, hat weitere Datenträger gefunden.

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12. April 2019, 17:24 Uhr

Lügde | Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR sind weitere Datenträger im Missbrauchsfall Lügde aufgetaucht. Mitarbeiter eines Abrissunternehmens hatten die Festplatten gefunden, als die Behausung des Hauptverdächtigen abgerissen wurde – und zwar nachdem der Tatort offiziell von Polizei und Staatsanwaltschaft freigegeben worden war.

Bereits am Donnerstag legten Arbeiter einen Zwischenraum in dem doppelten, fest verbauten Holzboden des Wohnwagens des Hauptbeschuldigten frei. Dort kamen in einem Hohlraum eine CD und zwei Disketten zum Vorschein, wie die Polizei bestätigte. Am Freitag wurde demnach im Abrissschutt eine weitere CD entdeckt. Die Datenträger hätten mit bei einer Durchsuchung zulässigen Mitteln nicht gefunden werden können, hieß es.

Das Abrissunternehmen habe den Fund an die Polizei übergeben. Ein Ermittlerteam habe die Fundstelle untersucht. Das Datenmaterial werde nun ausgewertet und als Beweismittel gegebenenfalls zum Gegenstand der gerichtlichen Beweisaufnahme, teilte die Polizei weiter mit.

In dem Wohnwagen hatten die Ermittler Festplatten und andere Datenträgern mit rund 3,3 Millionen Bildern und fast 86.300 Videos sichergestellt. 155 CDs und DVDs waren aus der Obhut der Polizei verschwunden, woraufhin die Staatsanwaltschaft Detmold ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet hatte.

Bilder vom Tatort

Des Weiteren konnten dpa-Fotografen durch die Freigabe des mutmaßlichen Tatortes, auf dem ein 56 Jahre alter Dauercamper mit einem Komplizen (33) über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben soll, Fotos aus dem Inneren des Campingwagens machen. Die Bilder geben einen Einblick in einen Ort, an dem nach Angaben des NRW-Innenministeriums bis zu 40 Opfer missbraucht worden sein könnten.

Foto: dpa/Guido Kirchner
Guido Kirchner
Foto: dpa/Guido Kirchner
Foto: dpa/Guido Kirchner
Guido Kirchner
Foto: dpa/Guido Kirchner
Foto: dpa/Guido Kirchner
Guido Kirchner
Foto: dpa/Guido Kirchner

Die beiden Verdächtigen sowie ein 48-Jähriger aus Stade sitzen in U-Haft. Gegen weitere Beschuldigte wird wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material von dem Campingplatz, Strafvereitelung oder Beihilfe zum Missbrauch ermittelt.

Mit Material der dpa

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