Höchstes Gericht : Leihmutterschaft soll in Israel auch für Homo-Paare erlaubt sein

Israelische Flaggen und die Regenbogenfahne werden hochgehalten.
Israelische Flaggen und die Regenbogenfahne werden hochgehalten.

Die Vorsitzende des israelischen LGTB-Verbands spricht von einer "historischen Entscheidung".

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27. Februar 2020, 21:29 Uhr

Jerusalem | Auch gleichgeschlechtlichen Paaren in Israel soll es in Zukunft ermöglicht werden, mithilfe von Leihmüttern Kinder zu bekommen. Israels Höchstes Gericht entschied am Donnerstag, der Staat müsse dies auch homosexuellen Paaren sowie alleinstehenden Männern erlauben. Eine entsprechende Gesetzesänderung müsse binnen eines Jahres verabschiedet werden. LGBT-Organisationen in Israel lobten die Entscheidung als historischen Schritt.

Diskriminierender Zustand

Eine Leihmutterschaft ist bisher in Israel nur für heterosexuelle Paare grundsätzlich erlaubt, allerdings unter strengen Auflagen. Homosexuelle Männer behelfen sich daher oft mit einer Leihmutterschaft im Ausland. Das Gericht befand nun, dieser Zustand sei diskriminierend und nicht rechtmäßig. Es sei "ein schwerer Verstoß gegen die Würde jener Männer, die das Leihmutterverfahren in Anspruch nehmen wollen, denen es aber verweigert wird".

"Historische Entscheidung"

Die Vorsitzende des israelischen LGTB-Verbands, Hila Peer, sagte der Nachrichtenseite ynet: "Dies ist eine historische Entscheidung für den Staat Israel, die homosexuelle Gemeinschaft und Tausende israelischer Paare, die ihr Grundrecht auf Elternschaft verwirklichen werden." Israel ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich toleranter gegenüber Homosexualität geworden. Gleichgeschlechtliche Paare können jedoch nicht heiraten, und es gab bisher Probleme bei Adoption und Leihmutterschaft. Strengreligiöse Parteien haben großen Einfluss in der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Sie lehnen Gesetzesänderungen zugunsten von Schwulen und Lesben ab, weil sie dies als Verstoß gegen jüdische religiöse Gebote ansehen.

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