Massiver Lehrermangel : Lehrerverband erwartet schlechte Ergebnisse bei nächster Pisa-Studie

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, erwartet schlechte Pisa-Ergebnisse.
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, erwartet schlechte Pisa-Ergebnisse.

Aufgrund massiven Lehrermangels rechnet der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes mit schlechteren Pisa-Ergebnissen.

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07. Juni 2020, 10:52 Uhr

Berlin | Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, rechnet mit einem schlechteren Abschneiden der deutschen Schüler bei der nächsten Pisa-Studie. "Ich gehe fest davon aus, dass sich die deutschen Pisa-Ergebnisse verschlechtern werden", sagte Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag). Als einen Grund nannte er einen "weiter massiven Lehrermangel in den Naturwissenschaften und an den Grundschulen". "Die Schulen haben nicht ausreichend viele Lehrer und weiteres Personal, um den gewachsenen Herausforderungen in Sachen Integration gerecht werden zu können."

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Folgen der Corona-Krise kommen obendrauf

Auf all das kämen jetzt noch die Folgen der Corona-Krise oben drauf, sagte Meidinger. "Das einzige, was uns im Länderranking helfen kann, ist, dass auch andere Länder stark mit den Folgen der Corona-Krise zu kämpfen haben." OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher hatte vor kurzem die Ansicht geäußert, dass die wochenlangen Schulschließungen und der weiterhin nur eingeschränkte Schulbetrieb sich in den nächsten Pisa-Testergebnissen niederschlagen könnten. Es sei gut möglich, dass die "sozialen Disparitäten" in späteren Pisa-Vergleichen weiter zunähmen, sagte Schleicher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Die Federführung hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

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