Fast 40 Grad unter Null : "Spaß mit der Polarluft": Kuriose Videos zeigen Eiseskälte in den USA

In Chicago sanken die Temperaturen auf mehr als 30 Grad unter Null.
In Chicago sanken die Temperaturen auf mehr als 30 Grad unter Null.

Kälter als in der Antarktis: Eindrucksvolle Videos in den Sozialen Netzwerken zeigen, wie sich die Kälte äußert.

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31. Januar 2019, 06:54 Uhr

Washington | Eisige Temperaturen mit rekordverdächtigen Minuswerten habe weite Teile der USA im Griff. In der Nacht zum Donnerstag wurden vor allem im Mittleren Westen extreme Temperaturen von fast minus 40 Grad Celsius gemessen. Der Nationale Wetterdienst (NWS) sowie Ärzte und Nothelfer warnten am Mittwoch (Ortszeit) vor "lebensbedrohlichen" Bedingungen. Mindestens drei Bundesstaaten riefen den Katastrophenfall aus.

Bis zum Mittwoch starben bereits acht Menschen an den Folgen der Kälte, wie der Sender ABC berichtete. Im Örtchen Ponsford in Minnesota sollen gefühlte Temperaturen – also in Verbindung mit der Windgeschwindigkeit – von minus 55 Grad Celsius errechnet worden sein. Bis Sonntag müssen die Amerikaner einen starken Kreislauf beweisen. Dann sollen die Temperaturen vielerorts um mehr als 30 Grad Celsius klettern und fast 20 Grad Celsius plus erreichen.

In Chicago fahren Züge über Flammen

Ein dick eingepackter Mann nimmt ein Selfie vor der Skyline Chicagos auf, vor dampfendem Wasser im Montrose Harbour. Foto: imago/Xinhua/Patrick Gorski
Ein dick eingepackter Mann nimmt ein Selfie vor der Skyline Chicagos auf, vor dampfendem Wasser im Montrose Harbour. Foto: imago/Xinhua/Patrick Gorski

Chicago, am Michigan-See im Norden der USA gelegen, stand im Zentrum der großen Kälte. Die Behörden richteten mehr als 60 Wärmestuben für Wohnungslose ein. Zusätzlich nahm jede Polizeidienststelle Menschen auf, die sich vor der Kälte schützen wollten.

Der Sender CBS zeigt Bilder von brennenden Schienen. Das Feuer soll die Vereisungen lösen, damit der Bahnverkehr in Chicago fortgeführt werden kann.

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In Illinois ist es kälter als in Teilen der Antarktis

In der Millionenmetropole im Bundesstaat Illinois wurden am Donnerstag Temperaturen von minus 33 Grad Celsius erwartet – das sei kälter als in Teilen der Antarktis und ganz nahe am Allzeittief, das 1994 gemessen wurde. CNN berichtete, schon am Mittwoch seien die Temperaturen in der Region auf unter minus 17 Grad Celsius gefallen. US-Medien fanden heraus, dass es in einigen Orten der USA derzeit kälter ist als auf dem Mars.

In Illinois, Wisconsin und Minnesota wurde wegen der Kälte der Katastrophenfall ausgerufen. "Das kalte Wetter, das sich zwischen Dienstagabend und Donnerstagmorgen auf den Weg zu uns macht, könnte uns Temperaturen bringen, die wir vorher noch nicht erlebt haben. Sie stellen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit der Menschen im ganzen Staat dar", schrieb der Gouverneur von Illinois, J.B. Pritzker.

"Spaß mit der Polarluft" in den sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken demonstrieren aktuell zahlreiche Menschen in Videos, wie sie im Alltag mit der Kältewelle umgehen.

Statt Wasser versprüht die Wasserpistole einen Eisnebel, demonstriert dieser Mann im bitterkalten Chicago.

Selbst kochendes Wasser wechselt bei der Eiseskälte schnell den Aggregatzustand, zeigt dieses Video:

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Hübsch anzuschauen ist das Gefrieren einer Seifenblase:

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Polarwirbel Ursache für Kältewelle

Der NWS warnte vor Erfrierungen auf ungeschützter Haut innerhalb von Minuten. Verantwortlich für diese "arktische Kälte" ist der sogenannte Polarwirbel – ein Band kalter Westwinde, das normalerweise über dem Nordpol kreist. Wird der Wirbel geschwächt, kann die Luft in niedrigere Breiten entweichen. Zum Mittleren Westen der USA werden Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Michigan, Minnesota, Missouri, Nebraska, North Dakota, Ohio, South Dakota und Wisconsin gezählt.

Aufruf zum Schweigen

Im Bundesstaat Iowa empfahl die zuständige NWS-Zweigstelle Bürgern, "tiefe Atemzüge" zu vermeiden und so wenig zu sprechen wie möglich: "Das hier ist die kälteste Luft, die viele von uns jemals erlebt haben", hieß es in ihrem Wetterbericht von Dienstagmorgen (Ortszeit).

Die gefühlten Temperaturen – in den USA spricht man von "Windchill"-Werten – liegen oft deutlich tiefer. Schon am Dienstagmorgen wurden laut NWS im US-Bundesstaat Maine Werte von bis zu minus 49 Grad Celsius errechnet. Der "Windchill-Effekt" beschreibt die Abkühlung der Haut bei erhöhter Windgeschwindigkeit.

Weiterlesen: Trump blamiert sich mit Tweet – Unterschied zwischen Wetter und Klima

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