Heftige Kritik im Netz : Lachen über tote Radfahrer? Sixt zieht Werbung auf Nachfrage zurück

Dier Autoverleih-Riese sah sich mit Kritik für die neue Werbung konfrontiert. Foto: dpa
Dier Autoverleih-Riese sah sich mit Kritik für die neue Werbung konfrontiert. Foto: dpa

Eine Werbung von Sixt sorgte für reichlich Kritik. Auf Nachfrage unserer Redaktion wurde die Werbung nun zurückgezogen.

von
19. Oktober 2018, 14:45 Uhr

Hamburg | Jahr für Jahr sterben tausende Menschen bei Autounfällen. Allein 2017 waren es mehr als 3000 – jeder achte davon ist ein Fahrradfahrer. Und hinter jedem Opfer steht eine trauernde Familie. Diese Tatsache dürfte der Autovermieter Sixt bei der neuesten Werbung nicht bedacht haben. Denn auf Twitter wurde mit diesem sensiblen Thema ziemlich arglos umgegangen, um einen lockeren Werbespruch zu kreieren. Das stieß auf heftige Kritik.

Mit diesem Posting wollte Sixt einen Aufkleber bewerben, der für Autofahrer gedacht ist, die 'es beim Autofahren ein wenig übertreiben'. Screenshot: Twitter/Sixt
Mit diesem Posting wollte Sixt einen Aufkleber bewerben, der für Autofahrer gedacht ist, die "es beim Autofahren ein wenig übertreiben". Screenshot: Twitter/Sixt

Demnach scheint es sich nach Auffassung des Autoverleihers bei einem Autofahrer, der acht Radfahrer auf dem Gewissen hat, lediglich um einen Autofahrer zu handeln, der es ein wenig übertrieben hat. Der lachende Smiley unmittelbar hinter der Aussage macht die Sache auch nicht besser. Ganz im Gegenteil.

So ließ Kritik und Bestürzung über den Inhalt des Posts nicht lange auf sich warten. Vor allem wird dort auf die Geschmacklosigkeit im Hinblick auf Hinterbliebene von Opfern, die bei Fahrradunfällen schwer verletzt oder gar getötet wurden, hingewiesen. Und sogar von einer Legitimation der Gewalt gegen Radfahrer ist die Rede.

Diesen beiden Kommentare wurden unter dem Post von Sixt gemacht. Screenshot: Twitter/Sixt
Diesen beiden Kommentare wurden unter dem Post von Sixt gemacht. Screenshot: Twitter/Sixt

Auf Nachfrage unserer Redaktion wurde die Werbung von Sixt überprüft. Nur wenige Stunden später erhielten wir eine Statement von Frank Elsner, Pressesprecher Sixt SE: "Sixt steht für satirische und provokante Werbung, die aber immer auch mit einem Augenzwinkern zu sehen ist. Wir wollen aber niemandes Gefühle verletzen. Deswegen haben wir beschlossen, die Werbung nicht weiterzuverbreiten."

Inzwischen wurde auch der Post auf Twitter von Sixt gelöscht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen