"Notwendig" laut Arbeitsminister : #KuToo: Japanerin kämpft gegen High-Heels-Tragepflicht

Trägt lieber Turnschuhe als High Heels: Yumi Ishikawa führt die 'KuToo'-Bewegung an.
Trägt lieber Turnschuhe als High Heels: Yumi Ishikawa führt die "KuToo"-Bewegung an.

Eine Petition sammelte schnell Tausende Unterstützer. Doch Japans Arbeitsminister besteht auf die Kleiderordnung.

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06. Juni 2019, 15:29 Uhr

Tokio | Japans Gesundheits- und Arbeitsminister Takumi Nemoto hat das Tragen von hochhackigen Schuhen am Arbeitsplatz gegen Kritik verteidigt. An manchen Arbeitsplätzen seien sie "notwendig und angemessen", sagte der 68-jährige Minister am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss, als er um eine Stellungnahme zu einer Petition von Gegnerinnen einer entsprechenden Kleiderordnung aufgefordert wurde.

In Japan gehören hochhackige Schuhe zum Dresscode von Frauen im Job. Foto: dpa/EPA/FRANCK ROBICHON
In Japan gehören hochhackige Schuhe zum Dresscode von Frauen im Job. Foto: dpa/EPA/FRANCK ROBICHON

Die Petition "Zwingt Frauen nicht, bei der Arbeit High Heels zu tragen" war dem Ministerium am Dienstag übermittelt worden. Sie trägt den Titel #KuToo in Anlehnung an die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung.

#KuToo bedient sich eines Wortspiels mit den japanischen Wörtern kutsu (Schuhe) und kutsuu (Schmerz). Auf den Weg gebracht wurde die Petition von der Schauspielerin und Autorin Yumi Ishikawa. Sie gewann schnell an Unterstützung. Fast 19.000 Unterschriften sammelte sie innerhalb kurzer Zeit.

Schmerzhafte Folgen angeprangert

Ishikawa begründet ihre Ablehnung der hochhackigen Schuhe mit den gesundheitlichen Folgen: Frauen, die regelmäßig auf hohen Schuhen unterwegs sind, erleiden Blasen, Rückenprobleme, oder schmerzhafte Fußverformungen.

Im deutschen Arbeitsrecht gibt es keine Kleiderordnung, die Frauen vorschreibt, hohe Schuhe zu tragen. Dies wäre ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Arbeitnehmerin. In einigen Branchen wird jedoch Wert auf einen seriösen Dresscode gelegt, sodass sportliche Turnschuhe als High-Heels-Alternative inakzeptabel sind. Als businesskonform gelten dagegen zum Beispiel Schnürschuhe, Ballerinas, Mokassins oder Slippers.

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