Taten auf Campingplatz : Kindesmissbrauch in Lügde: Weitere Kinder von Eltern getrennt

Der Kindesmissbrauch geschah auf einem Campingplatz.
Der Kindesmissbrauch geschah auf einem Campingplatz.

Der massenhafte Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde zieht weitere Kreise.

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20. März 2019, 09:24 Uhr

Lügde | Im Zusammenhang mit dem massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde hat das Jugendamt Lippe fünf weitere Kinder in Obhut genommen. Das bestätigte ein Sprecher des Kreises am Mittwoch. Zuvor hatte der WDR berichtet. "Die Kinder sind auf alle Fälle Opfer. Die Eltern könnten Täter sein. Das wird ermittelt. Ein Kind lebte auch in einem Wohnwagen auf dem Campingplatz", sagte der Jugendamtsleiter Karl-Eitel John dem WDR.

Drei Familien unter Verdacht

Die fünf Kinder stammten aus drei Familien. Das Jugendamt des Kreises Lippe habe Hinweise durch Fachkräfte sowie Anzeigen bei der Polizei jeweils mit dem Verdacht auf Missbrauch erhalten, sagte der Sprecher. Nach dem ersten Fall und der Inobhutnahme Mitte November 2018 hätten alle Mitarbeiter besonders aufmerksam hingeschaut.

In dem ersten bekanntgewordenen Fall soll ein arbeitsloser Dauercamper gemeinsam mit einem Komplizen über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Er setzte dabei sein Pflegekind, ein kleines Mädchen, den Ermittlungen zufolge ein, um andere Opfer anzulocken. Anfang 2017 hatte der Mann auf Wunsch der im Kreis Hameln in Niedersachsen lebenden Mutter die Pflegschaft für das Mädchen erhalten, das schon länger bei ihm lebte.

Lesen Sie auch: Missbrauch in Lügde: Jugendamt wusste schon seit 2016 Bescheid

Von den insgesamt sechs in Obhut genommenen Kindern würden aktuell noch fünf in stationären Jugendhilfeeinrichtungen und Pflegefamilien betreut, sagte der Kreissprecher.

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