47 Menschen in Seenot : Flüchtlingsboot gesunken: Kind ertrinkt vor griechischer Insel Lesbos

Migranten nähern sich in einem Beiboot dem Dorf Skala Sikaminias auf der griechischen Insel Lesbos.
Migranten nähern sich in einem Beiboot dem Dorf Skala Sikaminias auf der griechischen Insel Lesbos.

Ein Boot mit 48 Flüchtlingen an Bord ist vor der griechischen Insel Lesbos in Seenot geraten. Ein Kleinkind ertrank.

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02. März 2020, 13:09 Uhr

Lesbos | Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der griechischen Insel Lesbos ist ein Kind ums Leben gekommen. Der kleine Junge wurde nach dem Unglück am Montagmorgen regungslos geborgen, wie die Hafenpolizei mitteilte. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein zweites Kind, das ebenfalls bewusstlos aufgefunden wurde, wurde den Angaben zufolge ins Krankenhaus gebracht. Es sei außer Lebensgefahr. 46 weitere Bootsinsassen seien wohlbehalten in Sicherheit gebracht worden.

Boot zum Kentern gebracht

Die Flüchtlinge hatten nach Angaben der griechischen Küstenwache versucht, von der türkischen Küste aus Griechenland zu erreichen. Als sie die griechischen Gewässer erreichten, wurde das Boot demnach zum Kentern gebracht. Dies sei eine übliche Strategie der Schlepper, "um eine Rettungsaktion auszulösen".

Tausende wollen nach Griechenland

Die Lage an der türkisch-griechischen Grenze hatte sich am Wochenende zugespitzt, nachdem die Türkei wegen der Kämpfe um die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens ihre Grenzen zur EU geöffnet hatte. Tausende Flüchtlinge aus der Türkei versuchten daraufhin, über die Grenze ins EU-Land Griechenland zu gelangen.

Seit Sonntagmorgen erreichten nach Angaben der Regierung in Athen rund 1300 Flüchtlinge die fünf ägäischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos. Die meisten von ihnen wurden auf Lesbos registriert. Dort hatten am Sonntag wütende Inselbewohner gegen die Ankunft der Flüchtlinge protestiert.

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