Aufregung um Berliner Laptop-Sau : Killer-Wels und Co.: Erinnern Sie sich noch an diese „Sommerloch-Tiere“?

Im Sommer 2001 erschüttert die Geschichte von 'Killer-Wels Kuno' viele Hundefreunde in Deutschland. Der riesige Fisch soll einen Dackelwelpen verschlungen haben.
Im Sommer 2001 erschüttert die Geschichte von "Killer-Wels Kuno" viele Hundefreunde in Deutschland. Der riesige Fisch soll einen Dackelwelpen verschlungen haben.

Was sonst nur eine Randnotiz wäre, avanciert im Sommerloch zu einer Geschichte – ein nicht ganz unbekanntes Phänomen.

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15. August 2020, 13:42 Uhr

Berlin | Kurz vor Ende des Sommerlochs zeigt sich endlich das Sommertier 2020: eine Sau. Rund um die Welt lachen sich Facebook-Nutzer schlapp über Bilder vom Berliner Teufelssee. Ein nackter Mann rennt einem Wildschwein hinterher, das seine gelbe Tüte geklaut hat. Darin soll sich ein Laptop befunden haben. Der Schwarzkittel kommt vorerst fürs Erste vermutlich ungestraft davon. Es sei die falsche Jahreszeit, so die Behörden.

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Fernando Gutierrez/dpa


Weiterlesen: Die Wildsau vom Berliner FKK-Strand soll sterben – Na, und?

Sie lauern in Badeseen oder im Treppenhaus, halten Einsatzkräfte in Atem oder sind einfach nur schräg: die "Sommertiere". In der Saure-Gurken-Zeit im Juli und August füllen sie regelmäßig Schlagzeilen. Fast hätte es dieses Jahr keines gegeben.

Doch erinnern Sie sich noch an die folgenden "Sommerloch-Tiere" und ihre kuriosen Geschichten...?

2019: Krokodile in Baden-Württemberg

Eine Spaziergängerin will in einem See in Baden-Württemberg drei kleine Krokodile gesehen haben. Mit ihrer Beobachtung hat die Spaziergängerin eine Suchaktion und die Sperrung dreier Bürgerseen in Kirchheim unter Teck ausgelöst. Die Beamten machten sich sofort auf die Suche – ohne Erfolg.




2019: Die Monokel-Kobra

Das Jahr 2019 hat sogar noch ein zweites Sommerloch-Tier in petto. In einem Treppenhaus in Herne entdeckt eine Bewohnerin eine Giftschlange mit etwa 1,60 Meter Länge. Fast eine Augustwoche lang versteckt sich die Kobra im Häuserblock. Die 30 Bewohner müssen ihre Wohnungen verlassen. Beim mutmaßlichen Besitzer werden 21 weitere Schlangen entdeckt. Die Kobra wird dann bei Mäharbeiten hinter dem Haus aufgeschreckt und wieder eingefangen.

2015: Skippy, das Känguru

Das exotische Beuteltier hüpft im Sommer des Jahres 2015 kreuz und quer durchs Sauerland - bis es schließlich von einem Weidezaun am Diemelsee in Nordhessen gestoppt wird. Bei einer Züchterfamilie findet Skippy schließlich ein neues Zuhause.

2013: Schnappschildkröte Lotti

Eine bissige Schnappschildkröte sorgte 2013 für Schlagzeilen, allerdings konnte Lotti nie gefunden werden. Angeblich soll das mysteriöse Tier einen achtjährigen Jungen verletzt haben.

Foto: dpa/Roland Weihrauch
picture alliance / dpa
Foto: dpa/Roland Weihrauch


2011: Kuh Yvonne

Genau 98 Tage war Yvonne auf der Flucht – alle Versuche, die Kuh einzufangen, scheiterten. Schließlich hatte der Sommerloch-Star 2011 aber genug von der Einsamkeit im bayerischen Wald und stellte sich freiwillig zu vier Kälbern auf eine Weide. Mittlerweile lebt sich auf einem Gnadenhof in Deggendorf.


Foto: dpa/Andreas Gebert
picture alliance/dpa
Foto: dpa/Andreas Gebert


2006: Petra, der Schwan

Was für ein schräger Vogel! Auf dem Aasee in Münster erregt eine schwarze Schwanenlady 2006 mit einer ganz besonderen Lovestory Aufsehen. Petras Auserwählter: ein Tretboot in Schwanengestalt, dem sie wochenlang nicht von der Seite weicht. Ein Happy End gibt's dann aber doch noch: In einer Pflegestation findet Petra schließlich einen Partner, der besser zu ihr passt.

Foto: dpa/Friso Gentsch
picture alliance / dpa
Foto: dpa/Friso Gentsch


2006: Bruno, der Bär

Im Mai 2006 machte ein Bär von sich reden, der sich in den Alpen von Südtirol nach Tirol und schließlich nach Bayern bewegte. Er war nach 170 Jahren der erste Braunbäär, der in Deutschland in freier Wildbahn auftrat. Da er während seiner Streifzüge Schafe riss, wurde er zum "Problembär" eingestuft und zum Abschuss freigegeben. Am 26. Juni 2006 wurde er schließlich in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet in Bayern erleg und im Schloss Nymphenburg im Museum Mensch und Natur ausgestellt.


Foto: dpa/Manfred Sprenger
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Foto: dpa/Manfred Sprenger


2001: Killer-Wels Kuno

Im Sommer erschüttert die Geschichte von "Killer-Wels Kuno" aus Mönchengladbach viele Hundefreunde in Deutschland. Der riesige Fisch soll einen Dackelwelpen vom Ufer eines Weihers ins Wasser gezerrt und verschlungen haben. Ob sich das genau so abgespielt hat, bleibt unklar. Dennoch geht die Story um die Welt. Viele Angler versuchen, den Wels zu ergattern. Vergeblich. Als zwei Jahre später ein 1,50 Meter großer Wels im See tot gefunden wird, wird der mutmaßliche "Kuno" ausgestopft und im Museum ausgestellt.


Foto: dpa/DB Detlef Ilgner
picture alliance / dpa
Foto: dpa/DB Detlef Ilgner


1994: Alligator Sammy

Der ausgebüxte Brillenkaiman wird international zum Medienstar: Im Juli 1994 macht sein damaliger Besitzer mit ihm einen Ausflug an einen Baggersee bei Dormagen südlich von Düsseldorf. Sammy nutzt die Gelegenheit, reißt sich von seiner Leine los und verschwindet. Tagelang hält seine Flucht Polizei, Feuerwehr und Medien in Atem. Aus Furcht vor dem 80 Zentimeter langen Reptil mit den messerscharfen Zähnen bleibt der idyllische Badesee in jenem heißen Sommer tagelang gesperrt.

Übrigens führt der Duden das Wort "Sommertier" nicht auf. In der Onlineausgabe klafft eine Lücke - genau zwischen den Begriffen "Sommertheater" und "Sommertourismus". Sehr passend.

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