Kurioses Wissen zu Kings „Es“ : Gab’s echte Killer-Clowns? Wie heißt Clown-Angst?

Pennywise aus Stephen Kings „Es“: In der Neuverfilmung von TV-Film von Andrés Muschietti spielte Bill Skarsgard den Horrorclown, der die Kinder der Kleinstadt Derry heimsucht. Foto: Brooke Palmer, Warner Bros.
Pennywise aus Stephen Kings „Es“: In der Neuverfilmung von TV-Film von Andrés Muschietti spielte Bill Skarsgard den Horrorclown, der die Kinder der Kleinstadt Derry heimsucht. Foto: Brooke Palmer, Warner Bros.

Wie nennt man Angst vor Clowns? Gab es reale Killer-Clowns? Wieso war Kings „Es“ zuerst auf Deutsch und erhältlich?

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09. Mai 2019, 00:01 Uhr

Berlin | Alle 27 Jahre sucht der bösartige Clown Pennywise die Kleinstadt Derry heim und tötet ihre Kinder. Und offenbar gilt dieser Zeitraum auch für die Verfilmungen von Stephen Kings Horrorklassiker, der 1986 zum Bestseller wurde: Genau 27 Jahre nach Tommy Lee Wallaces TV-Zweiteiler „Es“ (1990) kam nun Andrés Muschiettis Neuverfilmung ins Kino. Im September 2019 wird das Werk mit „Es: Kapitel 2“ vervollständigt.

Real-life-Horror-Clown: der Serienmörder John Wayne Gacy

Ein reales Vorbild für Stephen Kings Horrorclown Pennywise dürfte der Serienmörder John Wayne Gacy gewesen sein. Zwischen 1972 und 1978 hat er mindestens 33 Teenager und junge Männer vergewaltigt und ermordet. Die Außenwelt kannte Gacy bis zu seiner Entlarvung als gesellschaftlich engagierten Unternehmer, der als Pogo der Clown auch die Kinder auf Stadtfesten unterhielt. 1994 wurde er hingerichtet; in den 14 Haftjahren davor besserte er sein Einkommen mit dem Verkauf selbstgemalter Clowns-Bildern auf.

„Es“ erschien zuerst auf dem deutschen Buchmarkt

Die internationale Erstausgabe von Stephen Kings „Es“ war – eine deutsche Übersetzung. Als am 15. September 1986 die US-Ausgabe erschien, hatte die bibliophile Edition Phantasia schon eine limitierte Auflage von 250 Sammlerexemplaren sowie weitere 30 ledergebundene Luxus-Ausgaben veröffentlicht. Einzelbände der deutschen Erstausgabe werden heute im Internet zu Preisen zwischen 500 und 1000 Euro angeboten.

Deutsche Ausgabe war bis 2011 unvollständig

Bis vor wenigen Jahren konnte das deutsche Publikum keine Komplettübersetzung von Stephen Kings „Es“ lesen. Textgrundlage der im Heyne-Verlag erschienen Fassung war über Jahrzehnte die (zwischenzeitig von Joachim Körber überarbeitete) Übersetzung, die Alexandra von Reinhardt für die Edition Phantasia erstellt hatte. Nach deren Erscheinen hatte King sein Manuskript für die US-Veröffentlichung aber noch überarbeitet. An Abweichungen listet „KingWiki.de“ die Unterschlagung von Sätzen sowie die Erhaltung gestrichener Passagen, variierende Figurennamen und Unterschiede in der Handlung auf. Erst seit 2011 liegt mit der Bearbeitung und teilweisen Neuübersetzung durch Anja Heppelmann eine gesicherte Fassung vor.

Ist Angst vor Clowns eine Krankheit?

Coulrophobie nennt man die Angst, die Clowns bei manchen Menschen auslöst. In der „ICD-10“, der von der WHO herausgegebenen Internationale Klassifikation der Krankheiten, wird der Terminus allerdings nicht gelistet.

George Romero sollte „Es“ verfilmen

Als der US-Sender ABC in den 80ern die Rechte am „Es“-Manuskript erworben hatte, war die erste Verfilmung noch als Großprojekt geplant. Der Roman war mit über 1000 Seiten der längste in Stephen Kings Werk; entsprechend viel Raum sollte der Film bekommen. Ursprünglich, berichtete Drehbuch-Autor Larry Cohen auf „Yahoo TV“, war eine Mini-Serie von acht bis zehn Stunden geplant. Als Regisseur war in diesem Produktionsstadium George A. Romero im Gespräch, der mit „Die Nacht der lebenden Toten“ (1968) zur Horrorlegende geworden war. Dann aber wurde so lange umgeplant, bis Tommy Lee Wallace – der Cutter von John Carpenters „Halloween“ (1978) und „The Fog“ (1980) – einen Zweiteiler von gut drei Stunden inszenierte.

Kubrick-Star verpasste die Titelrolle

Der Horror-Clown Pennywise wurde 1990 eine Schlüsselrolle im Werk von Tim Curry, der bis dahin vor allem mit seinem Part als „Rocky Horror“-Transvestit Dr. Frank N. Furter assoziiert wurde. Curry verdankt den Part dem Regisseur Tommy Lee Wallace; bevor der zum Projekt stieß, waren andere Darsteller für das Monster im Gespräch. Einer davon soll dem Drehbuchautor zufolge Malcolm McDowell gewesen sein, der sich schon in Kubricks „A Clockwork Orange“ (1971) und Brass’ „Caligula“ (1979) als Schurke empfohlen hatte.

Wer ist der neue Pennywise?

Bill Skarsgård, der Andrés Muschiettis neuen Filmen die Rolle von Pennywise übernimmt, ist der Sohn des schwedischen Superstars Stellan Skarsgård und der Bruder des Tarzan-Darstellers Alexander Skarsgård. Er steht auch auf der Besetzungsliste der Stephen-King-Serie „Castle Rock“ von J. J. Abrams Produktionsfirma Bad Robot. Skarsgård kam im Jahr der Erstausstrahlung von „Es“ auf die Welt.

Killer-Clowns in der Populärkultur

Böse Clowns haben eine lange Tradition: Wikipedia nennt mit Catulle Mendès‘ „La femme de Tabarin“ und Ruggero Leoncavallo’s „Pagliacci“ zwei Dramen des 19. Jahrhunderts, die Clowns zu Mördern machen. Ein berühmter Vertreter im 20. Jahrhundert ist Batmans Gegenspieler, der Joker. Zwei Jahre vor Tim Currys Pennywise toben auf der Leinwand außerdem die „Killer Klowns from Outer Space“. Als die aktuelle US-Serie „American Horror Story“ auch noch den Horrorclown Twisty einführt, wird es den echten Berufsclowns zuviel. Glenn Kohlberger, Präsident des Verbands Clowns of America International, wirft der Serie Sensationalismus und das Schüren einer Angst vor Clowns vor.

Horrorclowns vs. Ronald McDonald

Im Sommer 2016 löst eine Reihe unheimlicher Clown-Sichtungen in South Carolina eine weltweite Welle von Attacken durch Horror-Clowns aus. Allein in NRW werden der Polizei über 400 Nachahmertaten gemeldet. Die McDonald‘s Corporation kündigt daraufhin an, ihr Maskottchen Ronald McDonald vorerst sparsamer einzusetzen, um einem Imageschaden vorzubeugen.

Guillermo del Toro entdeckte den „Es“-Regisseur

Der aktuelle „Es“-Regisseur Andrés Muschietti verdankt seinen Aufstieg einem Kurzfilm. 2008 veröffentlichte der Argentinier den Schocker „Mamá“, zu dessen Fans Guillermo del Toro („Pans Labyrinth“) gehörte. Der Star-Regisseur stellte dem Newcomer 15 Millionen Dollar zur Verfügung, um den Dreiminüter in einen Spielfilm zu verwandeln. 2013 kam „Mama“ mit Jessica Chastain in die Kinos und spielte 146 Millionen Dollar ein. In „Es“ erlaubt sich Muschietti jetzt eine Hommage an die eigene Figur: Für ihr verzerrtes Design hatte er Modiglianis Porträt-Malerei ins Gespenstische gewendet. Auch in „Es“ entsteigt eins der Monster einem unheimlichen Gemälde. Chastain wiederum übernimmt im zweiten Teil von „Es“ eine Hauptrolle.

„Es“ ist der erfolgreichste King-Film aller Zeiten

35 Millionen Dollar hat Andrés Muschiettis „Es“ gekostet – und allein am Eröffnungswochenende 123 Millionen verdient. Laut „Forbes“ hat noch nie ein so preiswerter Film schon beim Start die 100-Millionen-Grenze überschritten. Mit inzwischen mehr als 700 Millionen Dollar ist „Es“ der einträglichste Stephen-King-Film aller Zeiten; bislang lag „The Green Mile“ (1999) mit einem inflationsbereinigten Einspielergebnis von 420 Millionen Dollar an der Spitze.

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