Übergriffe von Geistlichen : Katholische Kirche: Strafanzeigen wegen Missbrauchsskandal gestellt

1670 Kleriker sollen sich schuldig gemacht haben. Foto: dpa/Uwe Zucchi
1670 Kleriker sollen sich schuldig gemacht haben. Foto: dpa/Uwe Zucchi

So soll die katholische Kirche gezwungen werden, den Missbrauchsskandal in ihren Reihen lückenlos aufzuklären.

svz.de von
27. Oktober 2018, 13:52 Uhr

Berlin | Wegen der mehr als 3600 juristisch nicht aufgearbeiteten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche haben Juristen Strafanzeigen gegen unbekannt gestellt. Diese seien bei Staatsanwaltschaften im Bezirk aller 27 katholischen Diözesen eingereicht worden, berichtet "Der Spiegel". "Es gibt kein Recht der Kirche, ihre Institution von strafrechtlichen Eingriffen freizuhalten", zitiert das Nachrichtenmagazin daraus.

Die jüngste Missbrauchsstudie von Forschern im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz habe "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" für Straftaten geliefert, argumentieren die Professoren um den Passauer Strafrechtler Holm Putzke. Daher hätten die Behörden die unbedingte Pflicht, die Akten der Kirche sicherzustellen. Die Fakten der Studie "rechtfertigen eine Durchsuchung sämtlicher Diözesen".

Mangelnder Aufklärungswille der Kirche

Nach der Missbrauchsstudie sollen zwischen 1946 und 2014 insgesamt 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Der Leiter der Untersuchung, Harald Dreßing, hatte nach deren Veröffentlichung einen mangelnden Aufklärungswillen in weiten Teilen der Kirche beklagt. Das Ausmaß des Missbrauchs als auch der Umgang der Verantwortlichen damit sei erschütternd gewesen.

Als Reaktion auf den Missbrauchskandal hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, Reformen angekündigt. So will er unter anderem die Ehelosigkeit von Priestern auf den Prüfstand stellen.

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