"Problemzonen" der Insel : Kampf gegen Sauftourismus: Mallorca will Gesetze verschärfen

Mallorca versucht seit Jahren, das Image als Partyinsel abzulegen. Bisher ohne viel Erfolg.
Mallorca versucht seit Jahren, das Image als Partyinsel abzulegen. Bisher ohne viel Erfolg.

Der Verkauf von Alkohol auf Mallorca soll strenger reglementiert werden – auch zum Schutz der Touristen.

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11. Dezember 2019, 11:08 Uhr

Palma | Mallorca schmiedet neue Pläne gegen den anhaltenden Alkoholtourismus auf der gerade bei Deutschen beliebten Insel. Die Balearenregierung will ein neues Gesetz auf den Weg bringen, um das negative Image Mallorcas als Partyinsel endlich in den Griff zu bekommen, wie ein Sprecher des Tourismusministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bestätigte.

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Der Verkauf und Konsum von Alkohol in einigen Gegenden soll künftig streng reglementiert werden – bei Zuwiderhandlung drohen Bars und Clubs hohe Geldstrafen und eine Schließung von bis zu drei Monaten. Das Dekret, das im Januar verabschiedet werden soll, gelte aber ausschließlich für "Problemzonen", so der Sprecher. Dazu gehört neben dem Bereich rund um die Schinkenstraße am Ballermann auch die bei Briten beliebte Ausgehmeile Punta Ballena in Magaluf.

Balconing soll zu Hotelverweis führen

Zu den Folgen des exzessiven Alkoholkonsums gehören neben Schlägereien und Sachbeschädigung auch Stürze von Hotelbalkonen, die Folge des sogenannten Balconings sind. Dabei versuchen Touristen etwa, vom Hotelbalkon direkt in den Pool zu springen oder einen anderen Balkon zu erreichen. So verletzten sich jedes Jahr Urlauber oder sterben gar. Mallorquinische Medien schrieben, dass Touristen, die in Zukunft beim Balconing erwischt werden, laut Gesetz sofort des Hotels verwiesen werden sollen.

Das Ministerium wollte das noch nicht bestätigen – es werde aber auf Hochtouren daran gearbeitet, einen größtmöglichen Konsens für die geplanten Regulierungen zu erreichen, hieß es.

Genau daran scheiterte der letzte Versuch, gegen den Sauftourismus vorzugehen: Die Vorgängerregierung hatte Ende 2018 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Ausschank alkoholischer Getränke bei All-Inklusive-Angeboten drastisch reduzieren sollte. Die Pläne zerbrachen am Widerstand von Hoteliers und Reiseveranstaltern.

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