Joko & Klaas gegen ProSieben : 15 Minuten Joko und Klaas: Das war gar nichts – aber gut

Joko und Klaas beim zweiten Sieg über ProSieben. Foto: ProSieben/Willi Weber
Joko und Klaas beim zweiten Sieg über ProSieben. Foto: ProSieben/Willi Weber

Nach dem Sieg gegen Pro7 kriegen Joko und Klaas noch mal 15 Minuten Anarchie geschenkt. Beim Sender wächst die Nervosität.

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19. Juni 2019, 22:00 Uhr

Berlin | Zum zweiten Mal durften Joko und Klaas als Wettsieger eine Viertelstunde live auf Sendung gehen. Beim ersten Mal hatten sie Flüchtilngs- und Obdachlosenhelfer sprechen lassen und dem ProSieben-Programm damit eine in der Sendergeschichte einzigartige Relevanz gegeben. Beim zweiten Mal zelebrieren sie das andere Extrem.

„Ich liebe Fernsehen“

Joko und Klaas selbst sitzen auf Bierkisten zwischen Schiffscontainern. In einer Liveschalte zeigen sie vier Herren mit Zylinder, die in München, Hamburg, Köln und Berlin auf Bänken sitzen. Jeder von ihnen hat 10.000 Euro in bar zur Hand, die der erstbeste Zuschauer behalten darf, der auf einem weißen Kissen neben ihnen Platz nimmt und sagt: „Ich liebe Fernsehen.“

Ein Pechvogel aus Hamburg ist zu schnell, hat das mit der Losung nicht mitgekommen und muss das Kissen für die nächste freimachen. In Köln sitzen zwei Frauen gemeinsam auf der Bank. Per Handy mit Joko und Klaas verbunden, schnaufen alle fünf Sieger am Ende hervor, was sie mit dem neuen Reichtum anfangen: Eine will es in den Garten stecken, der nächste plant eine Reise. Als das geklärt ist, bleiben noch gute vier Minuten, in denen Joko einen miesen Breakdance hinlegt und Klaas sich ein warmes Bier mit den Zähnen öffnet.

Joko und Klaas retten das lineare Fernsehen

All das ist nah an der Arbeitsverweigerung. Und trotzdem muss man den Satz am Ende mitsprechen: Ich liebe Fernsehen. In einer Zeit, in der alle prahlen, dass sie nur noch Netflix gucken, in der viele Leute gar keinen richtigen Fernseher mehr haben und lineares Programm als aussterbende Kunstform bemitleidet wird, in dieser Zeit machen Joko und Klaas vor, mit wie wenig man das totgesagte Medium eben doch zum Ereignis machen kann: mit einer Flasche Bier, einer Idee und 40.000 Euro, die es nicht mal gebraucht hätte.

Finde ich. Meine Kinder, die ich sonst nur in einer Elternkolumne erwähne, denken das Gegenteil. Die beiden durften mitgucken, haben nichts begriffen und nach zehn Minuten die Klaas‘sche Bekenntnisformel dementiert: „Wir mögen nicht Fernsehen“, haben sie gesagt. „Aber wir mögen Kinderfernsehen.“ Damit sind sie abgezogen, um auf dem iPad „Paw Patrol“ zu gucken.

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